Welsau

Koordinaten:

Welsau ist ein Ortsteil der Stadt Torgau im Landkreis Nordsachsen in Sachsen.

Welsau liegt nordwestlich der Stadtgrenze der Stadt Torgau im Übergangsgebiet der Elbniederung zur hügeligen Dübener Heide. Durch den Ortsteil führt die Bundesstraße 182 und die hier stillgelegte Bahnstrecke Pratau–Torgau mit einem Haltepunkt.

Welsau ist slawischen Ursprungs. Welsau und Zinna wurden 1251 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname entwickelte sich für das Straßendorf mit 691 Hektar in einer Gewannflur über Welsowe. Die übergeordnete Behörde hatte ihren Sitz ab 1510 immer in Torgau. Die Bevölkerung entwickelte sich von 237 Personen im Jahr 1818 auf 126 Einwohner 1910 und 532 im Jahr 1946. Am 25. April 1813 kapitulierte die französische Besatzung der Festung Torgau in Welsau.

Im Jahr 1950 wurde die Landgemeinde Welsau im Nachbardorf Zinna eingemeindet

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. Die Bauern gingen nach 1945 den Weg der ostdeutschen Landwirtschaft. Beide Orte wurden am 1. Januar 2013 als ländlich geprägte Ortsteile in die Stadt Torgau eingegliedert.

Die Kirche in Welsau wurde im 13

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. Jahrhundert erbaut.

Beckwitz | Bennewitz | Graditz | Klein Kranichau | Kranichau | Kunzwerda | Loßwig | Melpitz | Mehderitzsch | Pflückuff | Repitz | Staupitz | Torgau | Welsau&nbsp

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;| Werdau | Weßnig | Zinna

Nina Abrahamczik

Nina Abrahamczik (* 1. April 1982 in Wien) ist eine österreichische Politikerin (SPÖ) und Abgeordnete zum Wiener Landtag bzw. Mitglied des Wiener Gemeinderates.

Nina Abrahamczik hat 2012 das Studium der Politikwissenschaft an der Universität Wien abgeschlossen. Seit 2007 ist sie die Leiterin der Projektkoordination im Karl-Renner-Institut.

Abrahamczik hat sich seit 2001 in der Österreichischen HochschülerInnenschaft engagiert mcm taschen sale. Zuerst auf der Fakultätsvertretung Human- und Sozialwissenschaften und in der Universitätsvertretung Wien, deren Vorsitz sie 2003 bis 2005 innehatte. 2005 wechselte sie in die Bundesvertretung und widmete sich dort als Referentin dem Thema Bildungspolitik. Seit 2010 ist Abrahamczik in der SPÖ Wien aktiv

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. Politisch organisiert ist sie in der Bezirksorganisation Neubau, in der sie als Bezirksrätin tätig war.

Am 24. November 2015 wurde sie als Abgeordnete zum Wiener Landtag bzw

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. Mitglied des Wiener Gemeinderatesangelobt. Aktiv ist sie zudem in der Wiener Bildung und bei den SPÖ Frauen.

Canisiuswerk

Das Canisiuswerk ist ein österreichisches kirchliche Einrichtung zur geistigen Förderung und materiellen Unterstützung von geistlichen Berufen.

Am 31. Januar 1918 gründete der Schuldirektor Josef Moser († 13. November 1931) in Wien den Verein Canisiuswerk zur Heranbildung katholischer Priester mit dem Ziel, über den Priesterberuf zu informieren und bedürftige Priesterstudenten materiell zu unterstützen. Der Name des Werkes sollte an Petrus Canisius (1521–1597) erinnern.

Ab 1922 gab der Verein die Zeitschrift Quatemberstimmen heraus. 1926 wurden Zweigvereine in Innsbruck, Salzburg und Klagenfurt, 1927 auch in Budapest, Laibach, München, Prag, Warschau und Zürich gegründet. 1927 wurde die Vereinszeitschrift in Volksseele und 1967 in miteinander umbenannt.

1939 wurde das Canisiuswerk in allen österreichischen Diözesen zum Bischöflichen Werk erhoben, die Zeitschrift Volksseele musste eingestellt werden und konnte erst 1946 wieder erscheinen. 1945 wurde es dem Päpstlichen Werk für geistliche Berufe eingegliedert.

Am 4. Juni 1970 wurde es als Verein aufgelöst und als Kirchliches Institut neu errichtet

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. Dadurch ist es eine Rechtspersönlichkeit für den kirchlichen und für den staatlichen Bereich.

1998 hatte das Canisiuswerk etwa 45.000 Förderer und unterstützte 19 Seminare. Von den unterstützte Studenten wurden bis zu diesem Jahr 2.531 zu Priestern geweiht.

Das Betätigungsfeld des Canisiuswerks ist die Berufungspastoral. Die geistige Förderung geschieht u. a. durch Herausgabe der regelmäßig erscheinenden Zeitschrift miteinander und durch Unterstützung von Exerzitien und Einkehrtagen. Das Canisiuswerk bereitet den jährlichen Weltgebetstag um geistliche Berufe vor.

Materiell werden Priesterseminaristen und Ordensnovizen unterstützt. Das Canisiuswerk erbaute das 1959 eingeweihte Interdiözesane Seminar für Priester Spätberufe (Canisiusheim in Horn, Niederösterreich) und erhält es auch.

Daneben werden Initiativen, die Berufungen wecken und begleiten werden, gefördert (Projektförderung).

Präsident (derzeit Kardinal Christoph Schönborn) und geschäftsführender Vizepräsident (derzeit Franz Schrittwieser) werden von der Österreichischen Bischofskonferenz ernannt.

Daneben besteht ein Kuratorium, das über Jahresplanung, Budget und Auszahlung von Förderungen entscheidet.

Liste der Kulturgüter in Dietikon

Die Liste der Kulturgüter in Dietikon enthält alle Objekte in der Gemeinde Dietikon im Kanton Zürich, die gemäss der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten, dem Bundesgesetz vom 6. Oktober 1966 über den Schutz der Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten sowie der Verordnung vom 17. Oktober 1984 über den Schutz der Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten unter Schutz stehen.

Objekte der Kategorie A sind im Gemeindegebiet nicht ausgewiesen, Objekte der Kategorie B sind vollständig in der Liste enthalten (Stand: 1. Januar 2016). Unter übrige Baudenkmäler sind weitere geschützte Objekte zu finden, die im Verzeichnis der Objekte von überkommunaler Bedeutung der kantonalen Denkmalpflege zu finden und nicht bereits in der Liste der Kulturgüter enthalten sind.

Die Tabelle enthält im Einzelnen folgende Informationen:

Der Inhalt der Tabelle ist absteigend nach der Kulturgüterkategorie und innerhalb dieser alphabetisch sortiert.

Legende: Im Wesentlichen siehe Legende der Liste der Kulturgüter von nationaler und regionaler Bedeutung, mit folgenden Ausnahmen:

Aesch&nbsp

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;| Birmensdorf | Dietikon | Geroldswil | Oberengstringen | Oetwil an der Limmat&nbsp

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;| Schlieren | Uitikon | Unterengstringen | Urdorf | Weiningen

Serena

Flavia Serena (* um 365; † 408 in Rom) war die Tochter des Honorius, des Bruders des römischen Kaisers Theodosius I.

Die gebildete Serena war die Lieblingsnichte des Theodosius. 384 verheiratete er sie mit seinem magister militum Stilicho

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, der großen Einfluss am Hof gewann und mit dem Serena drei Kinder hatte (Maria, Eucherius und Thermantia) mcm taschen sale. Nach Theodosius’ Tod 395 folgte sie ihm nach Mailand, wo Stilicho Vormund des jungen Kaisers des weströmischen Reiches, ihres Neffen Flavius Augustus Honorius, und dessen Schwester Galla Placidia geworden war. 398 verheirateten sie und Stilicho ihre ältere Tochter Maria im Alter von etwa zehn Jahren mit dem 14-jährigen Kaiser. Maria starb sehr jung und vermutlich noch jungfräulich zwischen 404 und 407, worauf Serena Honorius Anfang 408 mit Thermantia verheiratete.

Als 404 der Streit um die sehr reiche und sehr fromme Senatorentochter Melania das Verhältnis zwischen Christen und Heiden erschütterte, ermutigte die fromme Christin Serena den Kaiser, der unmündigen jungen Christin und ihrem ebenfalls noch unmündigen Ehemann zu erlauben, gegen den Willen ihrer Familie ihren Besitz zu verschenken. Auch in der Auseinandersetzung um Johannes Chrysostomos folgte Honorius eher ihrem als Stilichos Rat. Später bemühte sie sich laut Zosimos, das Zerwürfnis zwischen West- und Ostrom zu verhindern. Als Alarich mit seinen Westgoten einzufallen drohte, drängte sie den Kaiser, sich in das sicherere Ravenna zurückzuziehen.

Nachdem Stilicho, der wohl trotz anders lautender Gerüchte loyal zum Kaiser gestanden hatte, als angeblicher Verräter ermordet worden war, befand sich Serena in Rom. Dort war sie wegen ihres Einsatzes für Melania und wegen eines 395 begangenen Frevels an der Statue der Rhea Silvia ohnehin unbeliebt. Laut Zosimos wurde sie vom römischen Senat hingerichtet, weil man fürchtete, sie würde die Stadt an die Goten verraten, die gerade Rom belagerten.

Siehe auch die Angaben in den Artikeln Theodosius I. und Stilicho.

Inachos (Mythologie)

Inachos (griechisch Ἴναχος) ist in der griechischen Mythologie ein Flussgott sowie der erste König von Argos und Stammvater der Könige der Argolis. Er gilt als der Namensgeber des Flusses Inachos (auch Inachis) in der Argolis.

Er ist der Sohn von Okeanos und der Tethys oder Iapetos und der Okeanide Klymene. Hesiod wiederum nennt Oineus als seinen Vater. Inachos war verheiratet mit Melia oder seiner Schwester Argeia. Mit dieser hatte er die Kinder Aigialeus, Io und Phoroneus. Andere Quellen nennen noch weiter Kinder: Argos Panoptes, Pegeus und Mykene.

Die Zeusgattin Hera und der Meeresgott Poseidon forderten die Flussgötter Phoroneus, Asterion, Kephisos und Inachos auf, einen von den beiden als Herrscher über die Argolis zu bestimmen. Da sie Hera auswählten, ließ Poseidon als Strafe hierfür die Quellen der Flüsse versiegen.

Eines Tages kam Hera zu Inachos, um ihr Land zu begutachten. Sie forderte ihn auf, einen Tempel für sie zu errichten. Inachos, dem nichts wichtiger war, als die Bewahrung des Friedens, stimmte zu. Als er fertig war, war Hera mit dem Bau sehr zufrieden. Sie bot Inachos ein Geschenk an. Hera wollte, dass Io, Inachos´ Tochter, ihre Priesterin würde. Das war ihr Geschenk an Inachos. Eigentlich wollte er keine Geschenke von den Göttern, aber dennoch stimmte er erneut zu, er wollte Hera nicht verärgern. Eine Nacht träumte Io von Zeus, er begehre sie. Io wusste nicht, was sie jetzt tun sollte. Also konsultierte Inachos das Orakel. Nach dem Orakelspruch sollte Inachos Io verstoßen, was er schließlich auch tat. Um seine Liebe zu Io vor seiner Gattin Hera zu verbergen, verwandelte Zeus Io in eine Kuh.

Jetzt war der friedliebende Inachos doch wirklich unglücklich geworden

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. Er saß an seinem ausgetrockneten Flussbett und weinte. Da kam eine kleine, jämmerliche Gestalt auf ihn zu und stachelte ihn an, gegen die Götter, die ihm so viel Leid angetan hatten, zu protestieren. Das war Eris, die Göttin der Zwietracht, und sie wuchs und wurde prächtiger, jedes Mal, wenn Inachos auf die Götter fluchte. Dann hatte er schon alles verflucht, was lebt, und Eris sagte, dass wenn Inachos seine Tochter zurückhaben wolle, müsse er seine eigenen Nachkommen verfluchen. So verfluchte er seine Nachkommen in der fünften Generation, darauf hatten sie sich geeinigt, da er von denen sowieso niemanden kenne.

Doch jetzt war es Zeus genug. Er schickte die Erinye Tisiphone aus. Von jedem verfluchten Tier, Pflanze, was auch immer, zupfte sie ein kleines Stück ab. Und daraus flocht sie einen Strick, den sie um das Herz des Inachos wandt. Alle Übel der Welt schnitten in sein Herz. Inachos fiel in das ausgetrocknete Flussbett, das nicht einmal mehr ihm gehörte. Doch da hatte Zeus Erbarmen. Er verwandelte Inachos. Er solle doch zum Fluss seiner Heimat werden. Der Fluss war ausgetrocknet. Aber das interessierte Zeus nicht. Inachos wurde zu einem ausgetrockneten Fluss.

Eines Tages kam Io als Kuh an das Flussbett. Sie erkannte ihren Vater, konnte aber nicht mit ihm kommunizieren. So schrieb sie ihre Geschichte in den Sand. Da weinte ihr Vater, und die Tränen füllten das Flussbett. Jetzt war Friede in seinem Herzen. Doch die fünfte Generation nach ihm sollte verflucht sein: Danaos und Aigyptos.

Obrunnschlucht

Die Obrunnschlucht ist ein tiefer Taleinschnitt des Obrunnbachs zwischen Höchst im Odenwald und Rimhorn im Odenwaldkreis in Hessen. In ihr befindet sich seit etwa 1920 der Obrunnschlucht-Märchenpfad.

Die durch die Obrunnschlucht verlaufende Landesstraße 3106 zweigt südlich von Höchst im Odenwald von der Bundesstraße 45 (alt) nach Südosten in Richtung Rimhorn ab. Die Schlucht ist etwa drei Kilometer lang und liegt bis zu 17 Meter unter Landstraßenniveau. Der Bachgrund ist an den schmalsten Stellen nur wenige Meter breit.

Über die gesamte Länge der Schlucht verläuft ein Wanderweg entlang des Obrunnbachs und quert diesen über zahlreiche Holzbrücken. Der Weg darf, abweichend von der allgemeinen Waldweg-Freigabe für Radfahrer, nicht von diesen befahren werden. Fast am oberen Ende der Schlucht befindet sich an der L 3106 ein großer Waldparkplatz mit Orientierungstafeln und direktem Zugang zum Wanderweg. Die Obrunnschlucht ist Teil des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald.

Die Entstehung der Obrunnschlucht ist ursprünglich nicht, wie bei anderen Tälern mit Wasserläufen üblich, auf langsames Eingraben zurückzuführen, sondern auf die zweite Auffaltung des heutigen Odenwalds vor etwa 180 Millionen Jahren. Bereits im Devon hatte sich, ausgelöst durch die Kontinentalverschiebung, ein Gebirgszug durch große Teile Europas gebildet, der sich im Trias gebietsweise wieder zum Germanischen Becken absenkte und in dem sich Schichten des roten Buntsandsteins ablagern konnten. Dieses Grundgebirge wurde in der Folgezeit zunächst durch Muschelkalkablagerungen eines großen Binnenmeers und anschließend von den Sedimenten des Keupers überdeckt. Erst nach der zweiten Auffaltung wurde die Sedimentschicht zum Teil bis auf das Grundgebirge wieder abgetragen, wodurch besonders im Westen des Odenwalds tiefe Täler entstanden, in denen auf der Hochebene entspringende Quellgewässer leicht den Weg in die Oberrheinische Tiefebene fanden.

Die Obrunnschlucht, 1857 „entdeckt“ und erstmals erwähnt, wurde durch den 1882 gegründeten Odenwaldklub begehbar gemacht und erfreute sich ab 1896 durch die Wandervogel-Bewegung als romantischer Talverlauf zunehmender Beliebtheit. Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden aus einer Privatinitiative nacheinander an besonders schönen Stellen der Schlucht links des Obrunnbachs ohne Bezug zu realen Bauten mehrere Modelle von Burgen, Schlössern, Mühlen und Waldhütten etwa im Maßstab 1:20, sowie einige Skulpturen aus der Sagen- und Märchenwelt.

1953 zerstörte ein schweres Unwetter nahezu alle Miniaturen und Holzbrücken in der Schlucht und machte sie unpassierbar. 1961 fanden sich Höchster Bürger, die den Neuaufbau und die Erweiterung der Anlage in Angriff nahmen. Um die Attraktivität zu erhöhen, wurde auch die Infrastruktur durch einen Wanderparkplatz und einen Kiosk mit Ausschank und Tischen und Bänken verbessert. Zu gleicher Zeit entstand am oberen Beginn der Schlucht der Terrassenplatz mit dem Vereinsbrunnen und einer kleinen Wanderhütte.

In den 1960er und 1970er Jahren zog die Obrunnschlucht nicht nur die Höchster Bürgerschaft, sondern darüber hinaus auch viele Naherholungssuchende aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet an. Ende der 1970er Jahre erlahmte jedoch das Interesse an der romantischen Kulisse, an deren Miniaturen bereits der Zahn der Zeit genagt hatte. Der Kiosk wurde aufgegeben

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, und nahezu alle Baulichkeiten verfielen oder wurden mutwillig zerstört.

Erst 2005 gründeten einige engagierte Höchster Bürger die Interessengemeinschaft Obrunnschlucht und begaben sich noch in demselben Jahr an den Wiederaufbau zerstörter Objekte beziehungsweise Restaurierung noch vorhandener Relikte unter tatkräftiger Hilfe der Gemeinde Höchst und finanzieller Unterstützung zahlreicher Geschäftsleute. Zusätzlich wurden vollständig neue Projekte in Angriff genommen und für die Zukunft geplant.

Im Sommer 2007, zur 150-Jahr-Feier der Ersterwähnung der Obrunnschlucht, haben Wanderweg und Bauten ihre frühere Attraktivität wiedererlangt.

Im Oktober 2011 wurde die Obrunnschlucht wieder Ziel von Randalierern. 7 von 14 Modellen wurden zerstört. Den materiellen Schaden schätzte die Polizei auf 1000 Euro. Der Wiederaufbau der Miniaturen war unklar, da die ehrenamtliche arbeitende Interessengemeinschaft Obrunnschlucht einen erneuten Wiederaufbau komplett in Eigenregie wohl nicht mehr in Angriff genommen hatte. Im Dezember 2011 kam aber Hilfe. Es wurde ein Benefizabend zugunsten des Projekts veranstaltet und die Gesellschaft für Aus- und Weiterbildung (BAW) Odenwaldkreis sicherte mit Ihren Handwerkern Hilfe beim Wiederaufbau zu.

Folgende Modelle gab es oder gibt es wieder in der Obrunnschlucht:

Der 4,8 Kilometer lange Rundwanderweg R4 führt von Höchst aus durch die Obrunnschlucht und zurück nach Höchst. Die Obrunnschlucht soll zukünftig Bestandteil des regionalen Geopark-Projekts werden, das Aufschluss über die Gewässerentwicklung gibt.

Koordinaten:

Brighton (Boston)

Suffolk

Brighton ist eine frühere eigenständige Stadt und heute ein Stadtteil (Neighborhood) im Nordwesten von Boston im Bundesstaat Massachusetts der Vereinigten Staaten. Der Name geht zurück auf die englische Stadt Brighton im Kreis Brighton and Hove

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. Während der ersten 160 Jahre ihrer Existenz war die Stadt Brighton unter dem Namen Little Cambridge Teil von Cambridge. Eine lange Zeit war Brighton eine ländliche Kleinstadt mit einem größeren Gewerbezentrum an ihrem östlichen Rand. Die Stadt spaltete sich 1807 von Cambridge ab und wurde 1874 von Boston annektiert. Heute ist Brighton eine große Gemeinschaft und wird zum größten Teil gemeinsam mit dem benachbarten Stadtteil Allston verwaltet, weshalb beide Stadtteile regelmäßig zusammen als Allston-Brighton bezeichnet werden. Die Bevölkerung in diesem Stadtteil besteht vorwiegend aus Weißen und Asiaten und hat geringere Anteile an Latinos und Afroamerikanern.

Brighton liegt gemeinsam mit dem benachbarten Allston im Nordwesten von Boston und grenzt an Cambridge, Watertown, Newton und Brookline. Die Grenze zwischen Brighton und Cambridge bzw. Watertown ist der Charles River. Die Fläche des Stadtteils (ZIP-Code 02135) umfasst 2,78 mi² (7,2 km²).

Brighton wird zum größten Teil gemeinsam mit dem benachbarten Stadtteil Allston (ZIP-Code 02134) verwaltet. Gemeinsam verfügen die beiden Stadtteile über eine Fläche von 4,12 mi² (10,67 km²) und 65.276 Einwohner.

In Brighton, das auf 121 ft (36,88 m) Höhe liegt, fallen durchschnittlich 45 in (1.143 mm) Regen pro Jahr, dazu kommen jährlich 48,1 in (1.221,74 mm) Schnee bei insgesamt etwa 120 Tagen pro Jahr mit Niederschlag und 200 Sonnentagen

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. Die durchschnittliche Höchsttemperatur im Juli beträgt 84 °F (28,89 °C), die niedrigste Temperatur im Januar liegt bei 18,9 °F (-7,28 °C).

Im Jahr 1630 wurde das Land, auf welchem heute Allston-Brighton und Newton liegen, der Stadt Watertown zugesprochen. 1634 übertrug die Massachusetts Bay Colony die Eigentumsrechte der südlichen Seite des Charles River von Watertown auf Newetowne, dem späteren Cambridge.

1646 errichtete der Missionar John Eliot eine Gebetsstadt an der Grenze der heutigen Orte Newton und Brighton, wo umgesiedelte Indianer zum Christentum konvertierten. Die erste dauerhafte englische Siedlung entstand, als Siedler den Charles River aus Richtung Cambridge überquerten und Little Cambridge gründeten. Diesen Namen behielt die Gegend bis 1807. Vor der Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg war Little Cambridge eine kleine, florierende Ackerbau-Gemeinschaft mit weniger als 300 Einwohnern. Unter diesen waren reiche Bostoner Kaufleute wie Benjamin Faneuil, nach dem eine Straße in Brighton benannt ist.

Ein Schlüsselereignis in der Geschichte von Allston-Brighton war die Gründung eines Viehmarktes im Jahr 1775 zur Versorgung der Kontinentalarmee. Die Gründer des Marktes, Jonathan Winship I und Jonathan Winship II, wurden nach dem Krieg zu den größten Fleischproduzenten im gesamten Staat Massachusetts. Als die Regierung von Cambridge begann, Entscheidungen gegen die Viehindustrie zu treffen und es versäumte, die Great Bridge zu reparieren, die Cambridge mit Little Cambridge verband, sagten sich deren Einwohner von Cambridge los. 1807 wurde die dazu notwendige gerichtliche Genehmigung ausgesprochen, und die Stadt benannte sich in Brighton um.

Im Jahr 1820 wurde der Gartenbau als Wirtschaftszweig in die Stadt eingeführt, und in den folgenden 20 Jahren erblühte Brighton als eine der wichtigsten Gartenstädte im Bostoner Umfeld. Die Geschäftsleute jedoch vernachlässigten nicht die Viehindustrie und bauten 1834 die Boston and Worcester Railroad, was den Viehhandel der Stadt weiter unterstützte und festigte. Im Jahr 1866 gab es in der Stadt 41 Schlachthöfe.

Im Oktober 1873 entschieden die Bürger der Stadt Brighton mehrheitlich, sich mittels Annexion an die Stadt Boston anzuschließen. Im Januar 1874 wurde Brighton offizieller Stadtteil von Boston, was zu einem rasanten Bevölkerungswachstum in den darauf folgenden 50 Jahren von 6.000 auf 47.000 Einwohner führte.

53,01 % der Einwohner des Stadtteils geben an, religiös zu sein. 38,66 % sind katholisch, 3,22 % Juden, 2,13 % Muslime, 1,99 % Baptisten und 1,29 % sind Anhänger der Episkopalkirche. Der Rest verteilt sich auf andere Glaubensrichtungen.

Im Jahr 2011 wohnten in 20.845 Privathaushalten 45.463 Einwohner in Brighton, was einen Zuwachs von 3,10 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Bevölkerungsdichte betrug 15.113 Einwohner pro Quadratmeile und das Durchschnittsalter lag bei 33,1 Jahren. 77,85 % der Einwohner gaben an, Single zu sein.

Die Bevölkerung des Stadtteils setzte sich wie folgt zusammen: 79,0 % Weiße, 2,84 % Afroamerikaner, 0,17 % Indigene Amerikaner, 11,7 % Asiaten, 6,8 % andere Rassen. Hispanics machten 6,92 % der Bevölkerung aus.

6,8 % der Einwohner waren 2011 als arbeitslos gemeldet (USA: 9,1 %). Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen betrug 32.491 US-Dollar, das durchschnittliche Haushaltseinkommen lag bei 57.082 US-Dollar. Bei 14.4 % der Haushalte lag das jährliche Einkommen zwischen 100.000 und 150.000 US-Dollar.

In Brighton teilt sich die Bevölkerung politisch auf in 77,49 % Demokraten und 21,14 % Republikaner. 1,37 % gehören unabhängigen Parteien an.

Brighton kann sowohl mit der Green Line B der MBTA als auch über die Buslinien 57, 64, 65, 70, 86, 501 und 503 erreicht werden. Die Green Line C endet ebenfalls in Brighton und die Green Line D fährt in der Nähe vorbei.

Während 47,55 % der Einwohner mit dem eigenen Auto zur Arbeit fahren (USA: 75,83 %), nutzen 36,21 % den ÖPNV (USA: 4,84 %). Die durchschnittliche Zeit zum Erreichen der Arbeitsstätte beträgt 34 Minuten.

In Brighton befinden sich die Elementary Schools

sowie die Secondary Schools

Im Stadtteil gab es viele katholische Schulen, von den die meisten heute geschlossen sind. Verblieben sind die Saint Columbkille’s School (Kindergarten bis 8. Grad) an der Market Street und die Mount St. Joseph Academy an der Cambridge Street. Die EF International Language School ist eine Privatschule für internationale Schüler an der Lake Street.

In Brighton befinden sich darüber hinaus das Bryman Institute, das Saint John’s Seminary und Teile des Boston College sowie der Harvard University. Der Stadtteil befindet sich in räumlicher Nähe zu weiteren Colleges, darunter die Boston University, und ist daher Wohnsitz vieler Studenten und Dozenten.

Allston/Brighton | Back Bay | Bay Village | Beacon Hill | Charlestown | Chestnut Hill | Chinatown | Columbia Point | Dorchester | Downtown Crossing | East Boston | Fenway–Kenmore | Financial District | Forest Hills | Fort Point | Government Center | Hyde Park | Jamaica Plain | Leather District | Longwood | Mattapan | Mission Hill | North End | Readville | Roslindale | Roxbury | South Bay | South Boston | South End | West End | West Roxbury

Robert Rauschenberg

Robert Milton Ernest Rauschenberg (* 22. Oktober 1925 in Port Arthur, Texas; † 12. Mai 2008 auf Captiva Island, Florida) war ein US-amerikanischer Maler, Grafiker, Fotograf und Objektkünstler und ein Wegbereiter der Pop Art im 20. Jahrhundert, obgleich sein vielschichtiges Werk sich nicht für diese Stilrichtung vereinnahmen lässt.

Rauschenberg glaubte, dass die von ihm angestrebte Wiedervereinigung der künstlerischen Bildwirklichkeit mit der Lebenswirklichkeit am besten dadurch erreicht werden könne, indem man Teile der realen Welt unverändert in die Kunst hereinholt.

So kombinierte er in seinen Werken etwa Tennisbälle, Autoreifen, Fahrräder und ausgestopfte Ziegen auf hintersinnige Weise. Anders als andere Materialkünstler veränderte er diese materiellen Reste der „realen Welt“ jedoch nicht, sondern beließ sie so, wie sie sind.

Künstlerische Vorbilder und Wesensverwandte waren für Rauschenberg vor allem deutsche Künstler wie der Dadaist Kurt Schwitters, der Maler und Kunsttheoretiker Josef Albers, aber auch der Fluxus-Künstler Joseph Beuys. Einen nicht zu unterschätzenden Bezugspunkt in der künstlerischen Entwicklung Rauschenbergs stellte aber auch Willem de Kooning dar. Als Hauptvertreter des abstrakten Expressionismus, der in der amerikanischen Nachkriegszeit führenden gegenstandslosen Malereiauffassung, wurde er mit Albers für Rauschenberg zum Anstoß einer persönlichen Rebellion.

Nach dem Studium am Kansas City Art Institute und der Académie Julian in Paris war die Farbfeldmalerei seines Lehrers Josef Albers‘ am Black Mountain College North Carolina, das er seit 1948 besuchte, und die abstrakten Arbeiten de Koonings – vereinfacht ausgedrückt – für sein Verständnis zu wenig Teil der realen und formbaren Lebenswelt, die er verstärkt in seine Kunst-Leben-Gleichung zu integrieren suchte. Die von Albers geforderte Disziplin und der verlangte methodisch-theoretische Ansatz zur Schaffung von Kunst verführte Rauschenberg – wie er selbst sagte – dazu, immer „exakt das Gegenteil“ von dem, was Albers lehrte, zu tun. Anstatt die Farbtheorie Albers auf Leinwand umzusetzen, schnitt der junge Rauschenberg schwarze Quadrate aus Holz und malte aus Protest monochrome schwarze und weiße Bilder. Der Durchbruch folgte 15 Jahre später auf der Biennale in Venedig, wo er 1964 den internationalen Preis für Malerei erhielt.

Die von Rauschenberg mit de Koonings Einverständnis ausradierte Grafitzeichnung, ist die Ikone dieses Paradigmenwechsels in der Kunst der 1950er Jahre hin zur Pop-Art.

Den Schritt in die künstlerische Eigenständigkeit vollzog Rauschenberg 1951 mit den weißen Bildern, den sieben monochrom-weißen Tafeln seines White Painting, die er in seiner ersten Einzelausstellung in der Betty Parsons Gallery, New York, ausstellte, und die den Zweck hatten, „die Malerei auszulöschen“. Das Thema „Stille“ wurde thematisiert, außerdem sollte der Betrachter des Bildes und dessen Umgebung wie zum Beispiel die Uhrzeit oder der Schatten des Betrachters, der sich im Bild spiegelt, Teil der Arbeit werden. Er erschuf sie aus Wandmalfarbe, die er auf die Leinwand rollte. 1951 radierte er eine Zeichnung seines New Yorker Kollegen Willem de Kooning aus, eine nicht minder radikale Geste, mit der Übermacht des amerikanischen Abstrakten Expressionismus abzurechnen.

Die schwarzen Bilder entstanden ebenfalls um 1951. Hier ging Rauschenberg folgendermaßen vor: er bemalte die Leinwände mit glänzender schwarzer Farbe und übermalte diese anschließend mit matter schwarzer Farbe. Robert Rauschenberg benutzte die Farbe Schwarz

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, um darunter die Spuren der Tradition und der eigenen Konditionierung verschwinden zu lassen und darauf ihr Grundvokabular neu zu erfinden. Schwarz stand bei Rauschenberg für die Selbstbeschränkung auf das Quasi-Nichts, das ihm bei der Suche nach sich selbst als Ausgangspunkt diente. Für Rauschenberg bedeutete Schwarz auch das Nicht-Wissen, wie es für ihn künstlerisch weitergehen würde. Die Farbe Schwarz scheint mit einem Prozess der Transformation verbunden. Sie lässt sich als Mittel zur Grenzüberschreitung deuten – als Grenzüberschreitung vom Sichtbaren zum Unsichtbaren, vom Materiellen zum Spirituellen, vom Bewussten zum Unbewussten. Dass ausgerechnet schwarze Bilder Ausdruck eines Wandels sind, könnte mit ihren nächtlichen Eigenschaften erklärt werden. Die Nacht steht in der Mystik, Mythologie, der Kunst und Literatur für den Wandel. Das Sehen in der Dunkelheit verändert die Wahrnehmung. Je länger man sich in der Dunkelheit aufhält, je mehr man sich auf sie einlässt, desto klarer konturiert sich die Umwelt. Der Prozess des Sehens rückt in den Mittelpunkt – ein bewusstes, vielleicht präziseres Sehen. Man mag sogar auch den Wunsch hinter sich lassen, die Umwelt erkennen zu wollen. Dann nämlich ermöglicht die Nacht die besondere Qualität des Nicht(s)-Sehens, das die Entsprechung zum Nicht-Wissen ist. Dieses Nicht-Wissen als eine Form von Reinigung wiederum ist Voraussetzung für einen Wandel.

Im Licht der Entwicklungsgeschichte des Abstrakten Expressionismus entsteht der Eindruck, dass die amerikanischen Künstler gerade in den Jahren zwischen 1950 und 1965 auch von der Idee getragen wurden, sich von dem prägenden Einfluss der europäischen Tradition loszusagen und mit New York – neben Paris – ein neues Zentrum der Avantgarde zu begründen. Vor diesem Hintergrund wirken die Black Paintings gleichsam wie der Ausdruck eines kollektiven Strebens nach künstlerischer Selbstbehauptung. Mit offenen Augen auf ein schwarzes Bild zu blicken, ist mit dem Sehen in der Nacht vergleichbar. Der Künstler, der sich für Schwarz entscheidet, verlangt dem Auge ein Sehen ab, das sich an Dunkelheit gewöhnt: Der Blick trifft auf Schwarz; das vermeintliche Nicht(s)-Sehen-Können bewirkt ein Anders-Sehen-Können, ein differenzierteres Sehen: etwa das Erkennen von Nuancen in Struktur und Farbe. Die erschwerte Sicht erhöht die Konzentration auf das Sichtbare und Unsichtbare, vielleicht sogar auf das Wesen der Dinge und das eigene Selbst. Dies gilt zunächst für den Betrachter des Bildes, doch kann es auf einer existenziellen Ebene auch für den Künstler gelten. (vgl. Black Paintings)

Die roten Bilder entstanden aus Rauschenbergs Reaktion auf das Unverständnis den vorherigen weißen – und schwarzen Bildern gegenüber. Sein Lehrer Albers hatte ihm Demut der Farbe gegenüber gelehrt und so versuchte er sich an die Farbe zu wagen, die in seinen Augen die schwierigste darstellte: rot.

Bis heute gilt diese Bilderserie der Weißen, Schwarzen und Roten als die Radikalste von Rauschenberg.

Mit der Betonung des Spannungsverhältnisses von Kunstwerk zu Lebenswelt knüpfte Rauschenberg direkt an die Arbeit seines Freundes John Cage an, der, um neue Klangbereiche zu erschließen, Alltagsgeräusche in seine Kompositionen mit aufnahm. Mit Cage und dem Tänzer Merce Cunningham war Rauschenberg immer wieder Initiator von Happenings und Theateraufführungen. Dabei trug er zumeist die Verantwortung für Bühnenbild, Kostüme und Requisite, aber auch für die Erarbeitung der Choreografie und trat selbst als Mitglied des aufführenden Ensembles auf. Zwischen 1964 und 1968 hatte er 11 Choreografien inszeniert.

Seine diesen Stil repräsentierenden Arbeiten entstanden zumeist in dem Zeitraum von 1953 bis Anfang der 1960er Jahre. Es handelt sich um neodadaistische Collagen, bestehend aus einer Kombination von Abstraktem Expressionismus und Pop Art, ausgedrückt durch Malereien in Verbindung mit darauf befestigten Gegenständen des täglichen Lebens (zum Beispiel Glühbirnen, Küchengeräten, Postkarten, Comics, Druckgrafikblättern, Tapetenresten, ausgestopften Tieren, Radios etc.), die zum Teil übermalt wurden. Malerei wird mit Objekten „kombiniert“ und erweitert so hin zum dreidimensionalen Raum. Deshalb wird die traditionelle Grenze zwischen Malerei und Skulptur aufgehoben.

Rauschenberg meinte zu seinen Arbeiten, dass sie sich durch Wirklichkeit auszeichnen. Seiner Ansicht nach befand sich die Malerei am Scheideweg zwischen Kunst und Leben, und er versuche, die Lücke zu schließen, die sie trenne.

Die Beschäftigung mit Fundstücken, Material des Alltäglichen, hatte ihn in einer Werkphase beeinflusst, in der er sein Atelier mitten in New York aufgeschlagen hatte. Es entstanden die so genannten „Elemental Sculptures“, experimentelle Arbeiten aus Pflastersteinen und anderen Fundmaterialien, die er in der unmittelbaren Umgebung seines Ateliers vorfand. Die Skulpturen stehen zwischen „ready mades“ und dadaistischen Assemblagen, wobei Rauschenberg die Eigenheit dieser Fundstücke betonte und sie nicht in eine Kontextverschiebung umwerten wollte. In diesen Werken ist einerseits maßgeblich die Entwicklung der Pop Art begründet, andererseits ist hier der Ausgangspunkt für Rauschenbergs weitere Werkentwicklung gelegt, insofern Bild und Skulptur als eigenständige Bereiche weiterverfolgt werden. Bei den „Combines“ unterschied Rauschenberg die „combine paintings“ und die freistehenden „Combines“ wie zum Beispiel „Odalisque“ aus dem Jahre 1955/58. „Monogram“ (1959) ist das berühmteste seiner „Combine Paintings“.

Die Combines lassen oft eine satirische Absicht erkennen und sind ironische Paraphrasen von Träumen der Konsumgesellschaft und von typischen Figuren unserer Zeit.

1962 entdeckte Rauschenberg für sich das Siebdruckverfahren zeitgleich mit den ersten fotomechanisch vervielfältigten Siebdrucken von Andy Warhol. Aber anders als Warhol vermied er die stereotype Wiederholung und die Isolierung des Motivs zugunsten einer komplexen inhaltlichen Aussage, die das politisch-soziale Bewusstsein des Betrachters direkt anspricht: „Ich möchte die Leute wachrütteln“, so Rauschenberg, „ich möchte, dass die Leute das Material betrachten und darauf reagieren. Ihre individuelle Verantwortung möchte ich ihnen bewusst machen, sowohl für sich selbst wie für die übrige Menschheit. Wie einfach ist es, der Welt gegenüber selbstgefällig zu sein. Die Tatsache, dass du ein paar Groschen für eine Zeitung ausgibst, beruhigt fast schon dein Gewissen. Mit der Lektüre glaubst du bereits deinen Teil getan zu haben. Und du wickelst dein Gewissen in die Zeitung, so wie du deinen Abfall darin einwickelst.“

Im Herbst begann er die Siebdrucktechnik auf seine Leinwände anzuwenden. Er entwickelte ein Transferverfahren von bedruckten Materialien (Bilder und Texte) mittels Lösungsmittel. Die Übertragung von dreidimensionalen Objekten, Textilien und von Stoffen auf die Fläche erzielte Rauschenberg durch lichtempfindlich gemachte Lithografiesteine. Dies erlaubte ihm die Kombination von frei ausgeführten Partien mit Lichtbildern und Objekten und somit von allen zur Verfügung stehenden Vorlagen. Weitere Vorteile des fotomechanischen Offsetverfahrens lagen in deren Vergrößerung sowie in der Farbintensität.

Ebenfalls 1962 begann Rauschenberg mit ersten Lithografien. Aus der Zusammenarbeit mit verschiedenen Drucken übertrug er viele Kenntnisse auch zurück auf das Medium Zeichnung.

In kombinierten Techniken von Siebdruck und Lithografie entstanden grandiose Arbeiten mit dem oftmaligen Thema der Wechselwirkung von Mensch und Technik wie zum Beispiel Booster (1967). Sie gehören zu den größten Drucken, die Rauschenberg hergestellt hat.

Ende der 1960er bis Anfang der 1970er begann Rauschenberg, mit Elektronik zu experimentieren und gründete gemeinsam mit Billy Klüver das Projekt „Experiments in Art and Technology“ (E.A.T.). Es entstanden Bildobjekte und Skulpturen, die Klänge und Musik integrierten oder auf Geräusche reagierten. Das Ziel war die Gründung einer non-kommerziellen Gesellschaft, die die Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Ingenieuren fördern sollte und die Hoffnung auf eine glückliche Zukunft der Weltgesellschaft. So entstanden vier komplizierte, multimediale und auf Interaktion ausgelegte Arbeiten wie Oracle (1965), Soundings (1968), Solstice (1968) und Mud-Muse (1971).

In den 1970ern versuchte sich Rauschenberg in unterschiedlichen Materialien wie Pappe (Cardboars und Cardbirs) und transparenten Geweben (Hoarfrosts) und er bemühte sich durch symmetrische Anordnung strukturell sehr ähnlicher Elemente die Wirkung zu steigern (Bifocals). Seine Arbeiten besitzen Leichtigkeit, sie sind im Raum platziert und gelegentlich sind Boden und Decke miteinander verknüpft sowie mit halbtransparentem Gewebe bespannt. 1973/74 entstand zum Beispiel Sant’Agnese, Untitled (Venetian).

Es zeigte sich eine zögerliche Öffnung der Farbe gegenüber. Hier erkennt man den Einfluss Josef Albers – Rauschenbergs Lehrer am Black Mountain College. Dieser legte ihm einen bedächtigen Umgang mit Farbe auf.

Ende der 70er begann Rauschenberg mit The ¼ Mile or 2 Furlong Piece: Die Arbeit sollte eine Antwort auf die Verwirrungen der damaligen Zeit wie Verzweiflung über Kambodscha oder Vietnam werden. Das Werk ist über 400 Meter lang und besteht aus Collagen, Gemälden und Objekten. Es ist ein unmittelbarer Reflex des Künstlers auf seine Zeit – eine Chronik seiner Imaginationen, Erlebnissen, Ängsten und Obsessionen.

1983 besann sich Rauschenberg auf Techniken, die er 20 Jahre früher angewendet hatte. Hierbei ging es ihm um das Festhalten, Bergen und Konservieren von Bildern die ursprünglich in einem anderen Zusammenhang vorgesehen waren. Rauschenberg griff die Siebdrucktechnik wieder in breiterem Umfang für großformatige Leinwände auf. Nun entnahm er seine Motive nicht mehr den Massenmedien, sondern legte eigene Fotos zugrunde.

Die 70er und 1980er Jahre waren für Rauschenberg allgemein eine Zeit der großen Projekte, Reisen und Kooperationen. 1971 verlegte er seinen Wohnsitz von New York nach Captiva Island, Florida, und gründete einen eigenen Verlag und ein Studio, außerdem Change Inc., eine gemeinnützige Organisation, die Mittel für in Not geratene Künstler bereitstellt.

1984 begann das weltumspannende Projekt Rauschenberg Overseas Culture Interchange (ROCI), eine Wanderausstellung mit einem wechselnden Bestand an rund 200 Kunstwerken, die in Zusammenarbeit mit Künstlern und Handwerkern in den jeweiligen Ländern entstanden sind. Der Künstler bereiste von 1984 bis 1991 zehn Länder, um das jeweils Kulturspezifische bildnerisch zu verarbeiten – in Zusammenarbeit mit den Künstlern vor Ort. Die Stationen waren Kuba und Chile, Venezuela, Tibet und Russland, Venezuela, Mexiko, Malaysia, Japan und Berlin – 1990 noch als Hauptstadt der DDR. „ROCI begann mit meinem Entschluss, etwas gegen die Weltkrise zu tun“, sagte er. „Statt Midlife Crisis ging ich eben auf Weltreise.“

Das New Yorker Guggenheim Museum eröffnete 1998 Rauschenbergs Welttournee mit 400 – auch neueren – Werken. Die zweite Station war Houston im Bau des Museums of Fine Arts. Man sprach von einer Rauschenberg-Renaissance. Der 72-jährige Künstler war mit seiner 94-jährigen Mutter anwesend, tanzte nach der Vernissage im Bayou Club zu Waschbrettklängen einer Tejano-Band. Das erinnerte an die musikalische Ader des Allroundtalents und Grammypreisträgers, das 1951 bis 1965 in der Dance Company von Merce Cunningham mitwirkte, Bühnendekorationen schuf

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, choreographierte und komponierte. Die Werkshow, jedenfalls, ging anschließend mit 300 Werken in das Museum Ludwig nach Köln. Mit 80 Rauschenberg-Werken ist es die wichtigste und größten Sammlung in Europa. Dank des Sammlers Peter Ludwig, dem Entdecker und Förderer Rauschenbergs, läßt sich hier noch heute dessen Karriere bis zu den Anfängen verfolgen.

Die 1990 gegründete Robert Rauschenberg Foundation widmet sich als gemeinnützige Einrichtung wissenschaftlichen Forschungsprojekten und politisch-gesellschaftlicher Aufklärungsarbeit.

Der Künstler Rauschenberg ist neben diesen Aktivitäten immer präsent geblieben – die Bilder und Skulpturen der 1990er Jahre zeigen ihn als erfindungsreichen Fortführer des in den 1950er Jahren entwickelten Konzepts der „Combines“, das heißt seines Anspruchs einer möglichst verlustlosen Umsetzung von Realität in Kunst.

Rauschenbergs erste große Anerkennung war die Goldmedaille der Biennale in Venedig 1964. Für sein Cover zum Talking Heads Album Speaking in Tongues gewann er einen Grammy Award. 1998 wurde ihm der Praemium Imperiale verliehen, eine Art „Nobelpreis für Kunst“ des japanischen Kaiserhauses. Robert Rauschenberg war Teilnehmer der documenta II (1959), der documenta III (1964), der 4. documenta (1968) und auch der documenta 6 im Jahr 1977 in Kassel. 1978 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen.

Kunsthistorisch gilt Rauschenberg als Vorbereiter der amerikanischen Pop Art, obwohl sein vielschichtiges Werk mehr als einer Stilrichtung zuzuordnen ist. „K(k)aum ein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts hat so viele Gattungs- und Stilgrenzen übersprungen wie Robert Rauschenberg.“

Seine Verwendung von Alltagsgegenständen in den Combine paintings war wichtiges Beispiel der Methode der Assemblage, des Objet trouvé und der Arte Povera. Rauschenberg ist ein Künstler der Postmoderne. Rauschenberg stellte ständig in seinen Arbeiten die Fragen: Wie wird etwas von wem wahrgenommen? Was ist Erinnerung und was Zeit, was ist ein Bild und was ein Objekt? Wie verhalten sich Produktion und Rezeption? Rauschenbergs Hauptthema war die Kommunikation und die Wahrnehmung. Auch interessierte ihn das erkenntnistheoretische Problem – die Frage, wie sich Kontinuität und Wandel zueinander verhalten.

Rauschenbergs bildnerisches Vorgehen basierte auf zwei Grundprinzipien der Moderne: Collage und Readymade und er war in erster Linie Grafiker und Maler. Er dachte in Flächen und verstand den Raum als Bewegungsraum – dies bestätigt sein tänzerisches Engagement. Ihn interessierten Materie, Gestalt, Funktion und Motorik; Gegenständliches mehr als Räumliches und Zeichen mehr als plastisches Volumen.

Für Rauschenberg konnte alles Kunst sein – es gibt eine Gleichberechtigung unter den Dingen. Alles kann der Kunst dienen, alles hat seine Schönheit und Berechtigung. Dies zeigte sich in seinen Werken formal: in seinen komplexen Arbeiten stößt man kaum auf eine hervorgehobene Mitte. Hierarchische Strukturen lehnte er ab und zieht eine demokratische Motivverteilung vor – ein gleichberechtigtes Nebeneinander der Motive.

Seine Kunst sucht direkten Kontakt zum Betrachter. Er schloss keine formalen Lösungen von vornherein aus und setzte sich über kulturelle, geografische und finanzielle Grenzen hinweg.

Unter den bildenden Künstlern war Rauschenberg der wichtigste und aktivste Protagonist einer Synthese von Kunst und Technik und seine Darstellungen sind in hohem Grad Ausdruck der kulturellen und sozialpolitischen Gegebenheiten der Phase, in der sie konzipiert und geschaffen wurden.

Der Maler, der sich selber augenzwinkernd als „Straßenkötermischung“ bezeichnete, hatte deutsche und indianische Wurzeln: Sein aus Berlin stammender Großvater hatte eine Cherokee geheiratet. Rauschenberg lebte und arbeitete auf Captiva Island. Seit 1998 hatte er ein Hüftleiden; seit 2002 saß er im Rollstuhl nach einem Schlaganfall mit Lähmungserscheinungen. Die von ihm konzipierten Arbeiten wurden mit Hilfe von Assistenten umgesetzt. Robert Rauschenberg war Legastheniker.

2008 verstarb er im Alter von 82 Jahren auf Captiva Island, Florida.

Moharram Navidkia

Moharram Navidkia (* 1. November 1982 in Isfahan) ist ein iranischer Fußball-Nationalspieler und spielte in der Saison 2004/2005 beim damaligen Zweitligisten VfL Bochum und in der iranischen Fußballnationalmannschaft mcm taschen sale.

Navidkia stammt aus Isfahan und begann hier beim Lokalclub Sepahan Isfahan von der Jugend an seine Karriere als Fußballer. Mit dem Team holte er im Jahr 2003 die erste nationale Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Dazu gesellten sich in den Jahren darauf zwei Siege im nationalen Pokalwettbewerb.

Parallel dazu begann seine Karriere als Nationalspieler. Im Sommer 2004 führte er sein Land als Mannschaftskapitän zum Gewinn der Asien-Meisterschaft in Busan/Südkorea. Kurz danach warf Navidkia eine schwere Kreuzbandverletzung lange zurück. Dennoch wechselte der Iraner im gleichen Sommer in die Bundesliga zum VfL Bochum, wo er nach vollständig auskurierter Verletzung erstmals im Sommer 2005 zum Einsatz kam. In der Hinrunde wirkte Navidkia daraufhin bei zehn Spielen mit

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, konnte aber nicht restlos überzeugen. In der Winterpause wurde Navidkia vom VfL Bochum bis Saisonende zurück an seinen Heimatverein Sepahan Isfahan ausgeliehen.

Obwohl Moharram Navidkia nach seiner Verletzung auch noch nicht wieder den Sprung zurück ins Nationalteam geschafft hatte, kam er überraschend doch noch zu einem Platz im WM-Aufgebot des Iran für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, als er für den verletzten Sattar Zare nachnominiert wurde. Auch wenn er dort nicht zum Einsatz kam, so hat er bis heute 24 A-Länderspiele bestritten und dabei ein Tor für sein Land erzielt. Sein Vertrag ging 2008 zu Ende bei Sepahan, momentan noch vereinslos, konnte 4–5 Monate nicht spielen, da er Verletzungen hatte und am Becken operiert werden musste. Es ist noch nicht klar, ob er wieder spielen kann. Derzeit (2013) spielt Navidkia wieder für Sepahan.

Stationen

Einsätze (Stand 4. Juni 2006)

Titel / Erfolge