Bruno Kirchhof (FDP)

Bruno Kirchhof (* 21. Dezember 1890 in Schloß Brake, Lippe; † 20. November 1976 in Detmold) war ein deutscher Politiker der FDP.

Bruno Kirchhof besuchte die Volksschule und das Gymnasium. Er nahm ein Studium der Rechte auf und legte 1913 das Referendarexamen sowie 1918 das Assessorenexamen ab. Kirchhof schlug die Verwaltungslaufbahn im höheren Lippischen Staatsdienst ein. Von 1940 bis 1945 war er als Regierungsdirektor in der Lippischen Regierung Detmold tätig.
Bruno Kirchhof war ab 1945 Mitglied der FDP. Er wirkte ab 1948 als stellvertretender Vorsitzender und ab 1955 als Vorsitzender des Kreisverbandes Detmold. Kirchhof war Vorstandsmitglied des FDP-Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe. Von 1952 bis 1964 war er Ratsherr und Bürgermeister der Stadt Detmold. Er fungierte von 1952 bis 1969 als Mitglied des Kreistags Detmold sowie als Mitglied des Landesverbandes Lippe ab 1956.
Bruno Kirchhof war vom 7. November 1961 bis zum 20. Juli 1962 Mitglied des 4. Landtages von Nordrhein-Westfalen, in den er nachrückte.
Bruno Kirchhof (FDP) beim Landtag Nordrhein-Westfalen

Ombre di Luci

Ombre di Luci (italienisch für „Schattenlichter“) ist eine deutsche Band, die 1996 in Osnabrück als Duo gegründet wurde. Sie spielt auf akustischen Instrumenten ausschließlich Eigenkompositionen in einer Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen mit italienischen Texten.

Aufgrund der vielfältigen Einflüsse von Pop, Jazz, Latin, Polka, Folk und Chanson bezeichnet die Band ihre musikalischen Stil augenzwinkernd als „Popjazzlatinpolkafolkchansons“.
Die italienischen Texte von Ombre di Luci stammen von den Italienern Sergio Grani bzw. Giovanni Armanni, der im Sommer 2005 die Nachfolge Granis antrat.
Die erste Komposition „Ave Maria“ ist die Vertonung eines Gebets, das ein sterbender Soldat auf dem Schlachtfeld spricht. Das während des Bosnien-Krieges entstandene Lied brachte die Band am ersten Adventssonntag 2005 in der wieder aufgebauten Dresdner Frauenkirche zur Aufführung, vier Wochen nach der Weihe des Gotteshauses.
Zum Varusschlacht-Jubiläum 2009 komponierten Ombre di Luci ein Stück mit lateinischem Text: „Miles cum persona“ (Der Soldat mit der Maske). Das Lied thematisiert die Geschichte eines Legionärs, dessen Maske Archäologen nach 2000 Jahren finden, aus einem neuen Blickwinkel: Im Augenblick des unausweichlichen Todes sinniert der Römer über Sinn und Unsinn von Krieg und Gewalt und ahnt bereits, dass seine Maske eines Tages ein Symbol für den Frieden werden wird. Es ist das erste Stück auf der sechsten CD der Band, „Reliquiae“ (dt.: Überbleibsel), die im April 2009 erschien. Die übrigen sieben Lieder auf diesem Album stammen von den ersten beiden, lange Zeit vergriffenen Alben „Origine“ (1999) und „Vento del Sud“ (2000).
Außerdem wurde im Frühjahr 2010 im niedersächsischen Bad Essen ein Album als Auftragsarbeit präsentiert, das neben einigen Kompositionen der Band auch Kinderlieder des Cellisten Ludwig Voges enthält, der auch den Titelsong „Der Blütenbert“, über das Maskottchen der Landesgartenschau 2010, schrieb.
Vier weitere Alben haben die „falschen Italiener“ (so die Eigenbezeichnung der Band) in Eigenregie produziert: „Ma dove vai“ (2002), auf der u.a. auch der sizilianische Cantautore Pippo Pollina mitwirkt, die Live-CD „In Concerto“ (2004) und das fünfte Album „La Vita d´artista“, das im Juni 2008 erschienen ist. Auf ihrem achten Album „Città dei Sogni“, das am 21. Juli 2012 bei Timezone-Records veröffentlicht wurde, beschäftigen sich Ombre di Luci wieder mit typisch italienischen Geschichten und Bildern, wobei sie auch politische Themen nicht außer Acht lassen.
Neben hunderten „normalen“ Konzerten auf Festivals, in Hallen, Sälen, Clubs und Restaurants in ganz Deutschland, spielte die Band auch an einer Reihe von außergewöhnlichen Orten, so zum Beispiel in einem russischen Pionierferienlager an der Wolga, im antiken Amphitheater von Troja, im Clubhaus der „Contrada della Selva“ in der Altstadt von Siena, auf einem Volksfest im polnischen Masuren oder im Pavillon der katholischen Kirche auf der Expo 2000 in Hannover. Seit 2006 spielt die Band jährlich bei den Herbstgesprächen der Neuen Osnabrücker Zeitung im Haus der Berliner Bundespressekonferenz. 2007 spielte sie im Schlossgarten Bellevue des Bundespräsidenten.
So wie auf den Studioalben eine Reihe von internationalen Gastmusikern mitwirken, laden Ombre di Luci zu ihren Konzerten immer wieder gern Musiker aus anderen Kulturen ein, so z.B. Künstler aus Brasilien, Russland, Irland, Georgien, Italien, aus der Türkei und der Ukraine.
Ombre di Luci sind häufig bei Benefiz-Projekten zu finden, so z.B. bei Konzerten für Tsunami-Opfer, für krebserkrankte Kinder, für den Frieden und gegen Rassismus.
2010 wirkten sie auf der CD „Wir sind der VfL – der VfL ist Osnabrück“ des Osnabrücker Kabarettisten Kalla Wefel zu Gunsten von terre des hommes mit. Sie übersetzten die Fußballer-Hymne ins Italienische und spielten sie in einer Ska-Version ein.

Schöninger Speere

Als Schöninger Speere werden acht hölzerne Wurfspeere aus der Altsteinzeit bezeichnet, die zwischen 1994 und 1998 im Braunkohletagebau Schöningen, Landkreis Helmstedt, unter der Leitung des Archäologen Hartmut Thieme vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) gefunden wurden. Das Alter wurde zunächst mit rund 400.000 Jahren angegeben, andere Datierungsansätze gehen hingegen von etwa 270.000 Jahren aus. Die Speere sind somit die ältesten vollständig erhaltenen Jagdwaffen der Welt und ein wichtiger Beleg für die aktive Jagd des Homo heidelbergensis. Die Funde haben das Bild der kulturellen Entwicklung des frühen Menschen nachhaltig verändert.

Die Fundstelle der Speere (Schöningen 13/II Verlandungsfolge 4) ist eine von dreizehn altsteinzeitlichen Fundplätzen im Braunkohlentagebau Schöningen Süd des Helmstedter Braunkohlereviers, die im Zuge der Prospektion der quartären Deckschichten von 1992 bis 2009 ausgegraben wurden. Der durch die Braunschweigische Kohlen-Bergwerke AG vom Kohleabbau ausgenommene, rund 3900 m² große Grabungssockel repräsentiert einen kleinen Ausschnitt einer ehemaligen Uferzone, die über Jahrtausende – zwischen Elster- und Saaleeiszeit – von Menschen und Tieren aufgesucht wurde. Der Sockel weist fünf mächtige Schichtpakete (Verlandungszonen) auf, die durch schwankende Wasserstände des Sees und Verlandungsprozesse entstanden sind.
Der schnellen, luftdichten Bedeckung der Fundschichten durch Mudden ist die außergewöhnlich gute Erhaltung der organischen Materialien zu verdanken. In der Abfolge der Verlandungszonen sind mit einer sehr hohen Auflösung Veränderungen des Klimas von einer warmtrockenen Phase mit lichten Laubwäldern zu einer Kältesteppe abzulesen. Die Speere selbst stammen aus dem sogenannten Speerhorizont als einer etwa 10 Meter breiten und 60 Meter langen Grabungsfläche parallel zum ehemaligen Seeufer in der Verlandungszone 4, der ausgehenden Holstein-Warmzeit. In ihr wurden neben den Speeren etwa 1500 Steinartefakte, eine Stoßlanze, ein Wurfholz und die Skelette von 25 Wildpferden sowie einzelne Knochen von Rindern, Hirschen, Nashörnern und Elefanten gefunden. Die darunter liegenden Fundschichten sind bislang nur partiell ausgegraben und seit 2010 Ziel einer Forschungsgrabung.
Zusammen mit den Speeren wurden einige wenige Steingeräte und rund 12.000 Tierknochen gefunden, darunter 90 Prozent vom Pferd, gefolgt von Rothirsch und Wisent. Die Pferdeknochen stammen von Equus mosbachensis und lassen auf mindestens 20 Individuen schließen. Sie weisen zahlreiche Schnittspuren von Steingeräten, aber nur geringe Spuren von Tierfraß auf. Die Fundsituation interpretiert der Ausgräber Hartmut Thieme als die Zeugnisse eines Jagdereignisses sowie der daran anschließenden Zerlegung und Aufbereitung der Beute. Seinen Hypothesen zufolge gab das dichte Schilf am Seeufer den Jägern Deckung, aus der die Pferde, eingekeilt zwischen Jägern und See, mit gezielten Speerwürfen erlegt wurden. Da sich unter den Pferdeknochen auch Reste von Jungtieren befinden, schließt er auf eine Jagd im Herbst. Weiter sieht er in den zwischen den Überresten der Jagdbeute zurückgelassenen Speeren Hinweise auf eine rituelle Handlung.
Die aufgrund des auflastenden Sedimentdrucks deformierten Speere sind mit einer Ausnahme – Speer IV ist aus Kiefernholz gefertigt – aus schlanken, geraden Fichtenstämmchen gearbeitet und besitzen Abmessungen zwischen 1,80 m und 2,50 m. Sie sind sehr sorgfältig bearbeitet und zeugen von hohem technologischen Können und einer handwerklichen Tradition. Wie bei heutigen Wettkampfspeeren liegt der größte Durchmesser und damit der Schwerpunkt im vorderen Drittel des Schaftes. Die Spitzenpartien sind symmetrisch aus der Basis der Stämmchen gearbeitet, wobei die Spitzenenden gezielt seitlich neben dem zentralen Mark, dem schwächsten Teil des Stammes, ausgebildet wurden.
In ihren Wurfeigenschaften sind die Schöninger Holzspeere modernen Wettkampfspeeren ebenbürtig. Bei Tests konnten Sportler originalgetreue Nachbauten bis zu 70 Meter weit werfen. Die Wahl von Nadelhölzern für die Herstellung ist vor allem klimatisch bedingt, da deren lokales Vorkommen im kühleren Klima am Ende des Interglazials nachgewiesen ist.
Aus der Fundstelle des Wildpferdjagdlagers stammen weitere einzigartige Holzartefakte: ein angekohlter Holzstab („Bratspieß“) sowie ein als Wurfholz interpretiertes, zweiseitig zugespitztes Holzgerät. Die Steingeräte des Fundplatzes setzen sich aus verschiedenen Schaber- und Spitzenformen zusammen. Belege für eine Grundformproduktion fehlen; zahlreiche Retuschierabfälle belegen das Nacharbeiten der mitgebrachten Steingeräte.
Sensationell sind weiter die auf der Fundstelle 12 geborgenen sogenannten Klemmschäfte. Aus den äußerst harten Astansätzen der Weißtanne gefertigt und an einem Ende deutlich eingeschnitten, dienten sie möglicherweise als Schäftung für Steinklingen. Ist die Interpretation korrekt, handelt es sich hierbei um die ältesten Kompositwerkzeuge der Menschheit.
Dank der guten Erhaltungsbedingungen liegen von allen Fundstellen zahlreiche Funde von Kleintieren, darunter Kleinsäuger, Fische, Weichtiere und Insekten vor. Zusammen mit den karpologischen Resten erlauben sie ungewöhnlich detailreiche Rekonstruktionen von Klima und Umwelt während des Ablaufs einer Warmzeit.
2012 und 2013 wurde am Rande des Tagebaus zunächst durch eine Sondage und später durch eine Flächengrabung ein neues Grabungsareal unter der Bezeichnung Speerhorizont Süd erschlossen. Damit ließ sich am ehemaligen Seeufer die Fortsetzung des Pferdejagdlagers nachweisen, das bereits am etwa 80 Meter nördlich gelegenen Fundort der Schöninger Speere untersucht worden war. An der neuen Fundstelle wurden in der rund 300.000 Jahre alten Bodenschicht der Speere bis 2014 über 400 Knochen von Großtieren und 20 Steinartefakte gefunden. Darunter waren Knochenreste und Zähne einer Säbelzahnkatze. Der Fund des Raubtieres führte zur Frage, ob die Speere Menschen nicht nur als Beutewaffen, sondern auch der Verteidigung dienten.
Im August 2015 entdeckten Archäologen eine Rippe sowie einen etwa zwei Meter langen Stoßzahn eines Waldelefanten und unternahmen eine Blockbergung. Die Knochen befanden sich in Muddeschichten eines ehemaligen Sees, die etwa 5000 bis 10.000 Jahre älter sind als die der Schöninger Speere. Paläontologen stellten an den Knochen Schnittspuren fest, die sie Feuersteinklingen von Frühmenschen zuordnen. Weitere Untersuchungen sollen ergeben, ob das Tier von Menschen erlegt worden ist.
Die Speere und der Fundplatz Schöningen haben das Bild der kulturellen und sozialen Entwicklung des frühen Menschen revolutioniert. So konnte die ehemals weit verbreitete Forschungsmeinung widerlegt werden, nach welcher der Homo heidelbergensis (ein naher Verwandter des Homo erectus) und sogar noch der sehr viel jüngere Neandertaler primitive, sprachlose Wesen gewesen seien, die sich von Pflanzen und Aas ernährten. Denn die Speere und ihr Fundzusammenhang zeugen von hohen technologischen Fähigkeiten und liefern den ersten eindeutigen Beleg für eine aktive (Großwild-)Jagd. Eine erfolgreiche Jagd auf schnell fliehende Herdentiere ist ohne ausgefeilte Jagdstrategien, ein komplexes Sozialgefüge und entwickelte Formen der Kommunikation nicht denkbar. Schon Homo heidelbergensis verfügte damit möglicherweise über intellektuelle und kognitive Fähigkeiten wie das vorausschauende, planende Denken und Handeln, die zuvor erst dem modernen Menschen (Homo sapiens) zugeschrieben wurden.
Holzartefakte aus der Altsteinzeit sind äußerst selten überliefert. Neben Schöningen sind Funde aus Clacton-on-Sea (Südengland), Torralba (Spanien), Ambrona (Spanien), und Bad Cannstatt (Baden-Württemberg) bekannt, wobei nur das als Lanzenbruchstück interpretierte Holz von Clacton-on-Sea noch erhalten ist. Die kalzifizierten Hölzer vom Fundplatz Bilzingsleben sind in ihrem Artefaktcharakter umstritten. Die ebenfalls aus Niedersachsen stammende hölzerne Stoßlanze aus Lehringen dagegen ist mit einem Alter von rund 125.000 Jahren sehr viel jünger. Mit ihr wurde wahrscheinlich ein Waldelefant, unter dessen Skelett sie gefunden wurde, erlegt.
2012 berichtete ein internationales Forscherteam in der Fachzeitschrift Science, dass Funde aus Südafrika darauf hindeuten, dass Individuen der Gattung Homo möglicherweise bereits vor 500.000 Jahren Großwild mit aufwändig hergestellten Speeren jagten. Dies soll mittels geschärfter Steinspitzen an Holzschäften erfolgt sein. Paläoanthropologen der University of Toronto hatten rund 200 Spitzen aus eisenhaltigem Gestein untersucht, die aus einer etwa 500.000 Jahre alten Erdschicht nahe Kathu in Südafrika stammten. Mehrere Indizien sprechen dafür, dass sie als Speerspitzen gedient haben könnten.
Die Ausgrabungen auf dem Grabungssockel werden seit 2010 im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege in Hannover und der Eberhard Karls Universität Tübingen, Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters, fortgesetzt. An der Aufarbeitung und den Auswertungen der Grabungen sind zahlreiche Kooperationspartner aus dem In- und Ausland beteiligt, darunter die Rijksuniversiteit Leiden (Paläontologie), die Universität Leuphana (Palynologie), das Senckenberg Forschungsinstitut und das Naturmuseum Senckenberg in Frankfurt am Main, die Leibniz Universität Hannover (Geologie), das Labor für quartäre Hölzer Langnau (Holzanatomie) sowie das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz.
2009 stellte das Land Niedersachsen aus dem Aufstockungsetat zum Konjunkturpaket II Fördermittel für den Aufbau eines Forschungs- und Erlebniszentrums zur Verfügung. Das unweit der Fundstelle der Speere gelegene Zentrum widmet sich der interdisziplinären Erforschung der Schöninger Fundstellen sowie der pleistozänen Archäologie und präsentiert in einer erlebnisorientierten Ausstellung die originalen Funde. Der transparente Forschungs- und Laborbereich sowie ein interaktives Besucherlabor verknüpfen die Bereiche Forschung und Museum. Landschaftsbiotope, darunter eine Weide mit Wildpferden, veranschaulichen auf dem 34 Hektar großen Außengelände typische Pflanzengesellschaften der Warmzeit. Das Zentrum ist als Außerschulischer Lernort anerkannt. Bauherr war die Stadt Schöningen. Mit der Konzeption und inhaltlichen Planung des Projekts war das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege betraut. Nach einer Namensfestlegung im April 2012 auf paläon erfolgte die Eröffnung am 24. Juni 2013.
52.13352810.989252Koordinaten: 52° 8′ 1″ N, 10° 59′ 21″ O

Edwin Scharff

Edwin Paul Scharff (* 21. März 1887 in Neu-Ulm; † 18. Mai 1955 in Hamburg) war ein deutscher Bildhauer, Medailleur und Grafiker der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Mit 15 Jahren verließ Edwin Scharff seine Heimatstadt Neu-Ulm, um in München an der Kunstgewerbeschule von 1903 bis 1907 in der Malerklasse von Ludwig von Herterich und später an der Königlichen Akademie der Künste das Fach Malerei zu studieren. Im Jahr 1906 entstanden seine ersten Bildhauerarbeiten und 1908 erste Radierungsmappen zum Thema Träume und Skizzen.
Nach einem einjährigen Aufenthalt in Paris im Jahr 1912/13 begegnete er Jules Pascin. Er wurde 1913 Gründungsmitglied der Münchener Neuen Secession. Danach wechselte Edwin Scharff zur Bildhauerei, womit der Beginn seiner produktivsten Schaffensphase verbunden war. 1923 wurde er als Professor an die Hochschule für Bildende Künste nach Berlin berufen, wo er zahlreiche öffentliche Aufträge für Denkmäler, Büsten und Medaillen erhielt. 1927 wurde Edwin Scharff zum Vizepräsidenten des Deutschen Künstlerbundes gewählt.
Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wurde er zunächst an die Kunstakademie Düsseldorf versetzt. Auf der Reichsausstellung Schaffendes Volk 1937 in Düsseldorf errichtete er für über 100.000 Reichsmark zwei Figuren für den Eingang, die Rossebändiger. Kurz darauf wurde er jedoch als entarteter Künstler diffamiert, 1937 von seinem Lehramt beurlaubt und von den Nazis mit einem Arbeitsverbot belegt. Drei seiner Werke wurden im Juli 1937 in der NS-Ausstellung Entartete Kunst verhöhnt und 46 seiner Werke schließlich als Entartete Kunst vernichtet.
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Edwin Scharff wieder dem Deutschen Künstlerbund an und war dort im erweiterten Vorstand als Jurymitglied von 1951 bis 1955 tätig. Von 1946 an unterrichtete er an der Landeskunstschule in Hamburg, wo er 1955 verstarb. Die Platten für die Grabstätte auf dem Friedhof Hamburg-Ohlsdorf fertigte seine Schülerin Ursula Querner, vermutlich aus dem Material Trani Perlato.
Auf den Kunstausstellungen documenta 1 (1955) und documenta 2 (1959) in Kassel wurden auch seine Werke der internationalen Öffentlichkeit gezeigt. Der in seinem Todesjahr von der Stadt Hamburg gestiftete jährlich vergebene Edwin-Scharff-Preis erinnert an ihn.
In seiner Geburtsstadt Neu-Ulm wurde im Jahr 1999 das Edwin Scharff Museum eröffnet, das in seiner Dauerausstellung einen umfassenden Überblick über das Werk Scharffs gibt. Im Besitz des Edwin Scharff Museums befinden sich unter anderem zwei Bronzeplastiken der Eltern von Franz Moufang, eine Büste von Wilhelm Moufang senior und ein Hochrelief-Tondo von dessen Ehefrau Julie Stutzmann aus der Zeit um 1920.
Die 1917 entstandene Skulptur Bildnis der Schauspielerin Anni Mewes ist in Berlin zusammen mit weiteren im Jahr 1937 als „entartet“ beschlagnahmten Skulpturen anderer Künstler beim Berliner Skulpturenfund 2010 wiederentdeckt worden, als an der Rathausstraße gegenüber dem Roten Rathaus im Vorfeld von U-Bahn-Bauarbeiten Rettungsgrabungen durchgeführt wurden.
Thematisch bestimmen Scharffs Werk neben Pferdedarstellungen humanistische Traditionen. Seine Formensprache liegt zwischen stilisierender, expressiver und kubisierender Darstellung.

ATE IIIa

Die ATE IIIa waren Personenzug-Schlepptenderlokomotiven der k.k. priv. Aussig-Teplitzer Eisenbahn (ATE).

Für den Betrieb auf ihrer neigungsreichen Hauptstrecke von Aussig nach Komotau benötigte die ATE schon frühzeitig auch für den Personenzugverkehr leistungsstarke Lokomotiven. So bestellte die ATE 1869 neun dreifach gekuppelte Schlepptenderlokomotiven bei Hartmann in Chemnitz. Die Lokomotiven erhielten die Bahnnummern 17 bis 25 und die Namen HERBITZ (später EISENBERG), DONNERSBERG, SCHRECKENSTEIN, ROTHENHAUS, OSSEGG, ALBERT, EICHWALD, ROSENBURG und GEIERSBERG.
Nach der Verstaatlichung der ATE (1924) gab ihnen die Tschechoslowakische Staatsbahn ČSD die neue Reihenbezeichnung 322.3.
Die Lokomotiven wurden in den 1920er Jahren ausgemustert. Die 322.302 (vormals ATE Nr. 18 DONNERSBERG) blieb erhalten und befindet sich heute im Eigentum des Technischen Nationalmuseums in Prag.
Die Lokomotiven besaßen einen Innenrahmen mit innenliegender Gooch-Steuerung, jeweils ein Sicherheitsventil auf Dampfdom und Stehkessel und einen Trichterschornstein mit dem für die Braunkohlefeuerung typischen Funkenfänger. Die Sandkästen waren oberhalb der Treibräder angeordnet. Die Lok besaß auch ein damals schon selbstverständliches Führerhaus für das Lokpersonal.
kkStB: Schnell- und Personenzug- | Güterzug- | Leichte | Schmalspur- | Dampftriebwagen | Schlepptender | Wasserwagen 
BBÖ: Schnell- und Personenzug- | Güterzug- | Leichte | Schmalspur- | Dampftriebwagen | Schlepptender 
ÖBB: Dampflokomotiven | Dampftriebwagen | Schlepptender 
Alte Staatsbahnen: SStB | NStB | ÖStB | SöStB | LVStB | Tiroler StB 
Privatbahnen: KFNB | StEG | ÖNWB / SNDVB | SB
Sonstige: k.u.k. HB

Volker Präkelt

Volker Präkelt (* 14. Mai 1956 in Recklinghausen) ist ein deutscher Autor und Regisseur.

Nachdem er in seiner Geburtsstadt das Abitur bestanden hatte, studierte Volker Präkelt bis 1982 Publizistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, danach arbeitete er als Jazzklavierlehrer und spielte in verschiedenen Bands. Präkelt zog nach Berlin und wurde nach einem Praktikum und einem Volontariat Musikredakteur beim SFB 2, wo er u. a. die Sendung ARD-Rocknacht moderierte. 1990 kam er nach Hamburg und arbeitete dort zunächst als freier Mitarbeiter für den Norddeutschen Rundfunk, bevor er Redaktionsleiter des 1994 mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Medienmagazins Canale Grande wurde. Daran anschließend war er Programmdirektor des Musiksenders VH-1 Deutschland und in der Verlagsgruppe Milchstrasse tätig.
Großen Erfolg hatte Präkelt ab 2003 mit dem von ihm entwickelten Fernsehformat Marvi Hämmer mit der gleichnamigen 3D-animierten Ratte als Moderator einer Wissensserie für Kinder. Zusätzlich zu den insgesamt 104 Folgen gestaltete Präkelt 75 Geschichten als Hörbücher. Für die Sachbuchreihe BAFF! des Arena-Verlages hat er verschiedene Titel geschrieben, der NDR produzierte drei Hörspiele Präkelts.
Volker Präkelt arbeitet heute als freier Autor und Regisseur unter anderem für das Kulturjournal und die Reihe Abenteuer Diagnose, zwei Sendeformate des NDR, und ist Geschäftsführer der von ihm gegründeten Mediendeck oHG, einer Produktionsfirma für TV, Musik und Hörbuchproduktionen in Hamburg.

Johann Wilhelm Arndts

Johann Wilhelm Arndts (* 1710 in Arnsberg; † 1771 ebenda) war kurkölnischer Beamter, Postmeister der Kaiserlichen Reichspost und maßgeblicher Gründer des Arnsberger Intelligenzblattes.
Er war Sohn von Johann Kaspar Arndts und Eva Katharina (geb. Wegmann). Er selbst heiratete 1741 Katharina Wilhelmine Beatrix Freusberg. Aus der Ehe ging Engelbert Franz Ignatz Wilhelm Arndts (1750–1819) hervor.
Arndts studierte Rechtswissenschaften und promovierte 1735 in Duisburg. Er trat in den Kurkölner Staatsdienst ein. Im Jahr 1728 wurde er zum Prokurator ernannt. Er wurde später kurfürstlich kölnischer Hofrat und war gelehrter Rat bei der Kanzlei des Herzogtums Westfalen. Er war zudem Thurn und Taxisscher Postmeister. Als solcher war er verantwortlich für den Aufbau eines regelmäßigen Postverkehrs im Herzogtum Westfalen. Außerdem war er 1766 maßgeblich daran beteiligt, dass die erste vom Landesherrn privilegierte Druckerei gegründet wurde, die mit dem Arnsberger Intelligenzblatt die erste regelmäßig erscheinende Zeitung im Herzogtum veröffentlichte. Arndts erwarb 1756 die Mehrheit an der Endorfer Hütte.

Tommy Stinson

Tommy Stinson, eigentlich Thomas Eugene Stinson (* 6. Oktober 1966 in Minneapolis, Minnesota) ist ein amerikanischer Bassist und Gitarrist, der durch seine Tätigkeit für die Bands The Replacements und Guns N’ Roses bekannt geworden ist.

Tommy Stinson war bereits als Zwölfjähriger zusammen mit seinem Halbbruder Bob Stinson Gründungsmitglied der 1980er Alternative Rock-Band The Replacements aus Minneapolis. Anders als sein Bruder, der 1986 wegen Drogenproblemen die Band verlassen musste (und 1995 verstarb), war Tommy Stinson bis zum Ende der Band im Jahre 1991 Mitglied der Band.
Nach der Auflösung der Replacements formierte er die Band Bash & Pop, welche 1993 das Album Friday Night Is Killing Me veröffentlichten und 1994 zum Soundtrack des Films Clerks – Die Ladenhüter einen Song beisteuerten. Bei Bash & Pop war Stinson als Gitarrist und Sänger aktiv. Nach der Auflösung von Bash & Pop gründete er Perfect, welche 1996 eine EP namens When Squirrels Play Chicken veröffentlichten. 1997 nahmen sie ein Album namens Seven Days a Week auf, das aufgrund von Differenzen mit der Plattenfirma zurückgestellt wurde.
1998 spielte Stinson als Bassist zusammen mit Dave Grohl von den Foo Fighters den Rock-Remix von Puff Daddys It’s All About The Benjamins ein und ist auch im dazugehörigen Musikvideo zu sehen. Auf Einladung von Axl Rose wurde Stinson im Frühjahr 1998 Bassist der Band Guns N’ Roses, der er bis heute ist. Zum Einstand kaufte er sich deren Album Appetite For Destruction und erlernte die Bass-Parts. Stinson war auf der abgebrochenen Nordamerika Tour 2002 dabei und war auch an den Aufnahmen zu dem erst im Jahre 2008 erschienenen Album Chinese Democracy beteiligt. Lange Zeit war der 1999 auf dem Soundtrack zum Film End of Days – Nacht ohne Morgen erschienene Song Oh my God die einzige bisher veröffentlichte Aufnahme mit einem Beitrag von Tommy Stinson.
2004 veröffentlichte Stinson sein erstes Solo-Album Village Gorilla Head; ebenfalls in diesem Jahr veröffentlichte seine Band Perfect das zunächst zurückgestellte Album Seven Days a Week, welches in Once Twice Three Times A Maybe umbenannt wurde. Im Herbst 2005 wurde Stinson nach dem Tod des Bassisten Karl Mueller für ein paar Tribut-Konzerte Mitglied bei Soul Asylum. Zusätzlich produzierte er außerdem das Debütalbum der Punkband Bobot Adrenaline aus Los Angeles. Im Dezember 2005 kam er mit seinen ehemaligen Bandkollegen Paul Westerberg und Chris Mars zusammen, um zwei neue Songs für eine Replacements-Compilation aufzunehmen.
(Für Veröffentlichungen von The Replacements: Siehe dort)
Axl Rose • Dizzy Reed • Tommy Stinson • Chris Pitman • Richard Fortus • Frank Ferrer
Ole Beich • Rob Gardener • Tracii Guns • Steven Adler • Izzy Stradlin • Gilby Clarke • Slash • Matt Sorum • Duff McKagan • Josh Freese • Paul Tobias • Buckethead • Bryan Mantia • Robin Finck • Ron Thal • DJ Ashba
Appetite for Destruction • G N’ R Lies • Use Your Illusion I+II • The Spaghetti Incident? • Chinese Democracy
Live ?!*@ Like a Suicide
Live Era: ’87–’93
Greatest Hits
It’s So Easy • Welcome to the Jungle • Sweet Child o’ Mine • Paradise City • Patience • Nightrain • You Could Be Mine • Don’t Cry • Live and Let Die  • November Rain • Knockin’ on Heaven’s Door • Yesterdays • Ain’t It Fun • Estranged • Since I Don’t Have You • Sympathy for the Devil • Chinese Democracy
Use Your Illusion Tour
Diskografie

Nuovo Centrodestra

Nuovo Centrodestra (kurz NCD, deutsch „Neue rechte Mitte“) ist eine italienische politische Partei, die aus einer Abspaltung von Silvio Berlusconis Partei Il Popolo della Libertà entstanden ist.
Nachdem Silvio Berlusconi die Rückumwandlung seiner Partei Il Popolo della Libertà (Volk der Freiheit) in Forza Italia bekannt gegeben hatte, gründete sein ehemaliger Weggefährte, Italiens amtierender Innenminister, Angelino Alfano am 15. November 2013 die neue Partei. Im Gegensatz zu Berlusconis Forza Italia, die sich nun in der Opposition befand, unterstützte Alfanos Gruppierung das Kabinett Letta.
Neben Alfano gehören der NCD unter anderem Maurizio Lupi (ehemaliger Transportminister), Beatrice Lorenzin (Gesundheitsministerin), Gaetano Quagliariello (ehemaliger Reformminister), Giuseppe Scopelliti (Präsident der Region Kalabrien), Roberto Formigoni (ehemaliger Präsident der Region Lombardei) und Renato Schifani (ehemaliger Präsident des italienischen Senats) an.
Nach dem Wechsel an der Regierungsspitze von Letta zu Matteo Renzi im Februar 2014 blieb die NCD in der regierenden Koalition. Im neuen Kabinett Renzi ist sie durch Innenminister Alfano, Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin und Verkehrsminister Maurizio Lupi (bis März 2015) vertreten.
Seit ihrer Gründung arbeitet die NCD eng mit der ebenfalls bürgerlichen UDC zusammen. Im Mai 2014 traten beide Parteien mit einer gemeinsamen Liste bei der Europawahl an, die 4,4 % der Stimmen erhielt. Im Dezember desselben Jahres schlossen sich NCD und UDC in beiden Parlamentskammern zu einer Fraktionsgemeinschaft zusammen, die den Namen Area Popolare (in etwa: Volksgebiet) trägt. Teilweise unter diesem Namen traten sie 2015 auch bei den Regionalwahlen 2015 an.
Im Januar 2015 unterstützte die NCD als Regierungspartei den sozialdemokratischen Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten, Sergio Mattarella.
Centre Démocrate Humaniste (Belgien) | Christen-Democratisch en Vlaams (Belgien) | Demokraten für ein starkes Bulgarien (Bulgarien) | Demokratische Partei (Bulgarien) | Bewegung „Bulgarien der Bürger“ | GERB (Bulgarien) | Union der Demokratischen Kräfte (Bulgarien) | Kristendemokraterne (Dänemark) | Det Konservative Folkeparti (Dänemark) | Christlich Demokratische Union (Deutschland) | Christlich-Soziale Union in Bayern (Deutschland) | Isamaa ja Res Publica Liit (Estland) | Kansallinen Kokoomus-Samlingspartiet (Finnland) | Les Républicains (Frankreich) | Nea Dimokratia (Griechenland) | Fine Gael (Irland) | Nuovo Centrodestra (Italien) | Unione di Centro (Italien) | Popolari per l’Italia (Italien) | Unione Democratici per l’Europa (Italien) | Forza Italia (Italien) | Hrvatska demokratska zajednica (Kroatien) | Hrvatska seljačka stranka (Kroatien) | Vienotība (Lettland) | Tėvynės Sąjunga (Litauen) | Chrëschtlech Sozial Vollekspartei (Luxemburg) | Partit Nazzjonalista (Malta) | Christen Democratisch Appèl (Niederlande) | Österreichische Volkspartei (Österreich) | Platforma Obywatelska (Polen) | Polskie Stronnictwo Ludowe (Polen) | Centro Democrático e Social – Partido Popular (Portugal) | Partido Social Democrata (Portugal) | Demokratische Union der Ungarn in Rumänien (Rumänien) | Partidul Mișcarea Populară (Rumänien) | Partidul Național Liberal (Rumänien) | Partidul Național Țărănesc Creștin Democrat (Rumänien) | Kristdemokraterna (Schweden) | Moderata samlingspartiet (Schweden) | Slowakische Demokratische und Christliche Union – Demokratische Partei (Slowakei) | Partei der ungarischen Gemeinschaft (Slowakei) | Kresťanskodemokratické hnutie (Slowakei) | Most–Híd (Slowakei) | Slowenische Demokratische Partei (Slowenien) | Slovenska Ljudska Stranka (Slowenien) | Nova Slovenija – Krščanska Ljudska (Slowenien) | Partido Popular (Spanien) | Unió Democràtica de Catalunya (Spanien) | TOP 09 (Tschechien) | Křesťanská a demokratická unie – Československá strana lidová (Tschechien) | Fidesz (Ungarn) | Christlich-Demokratische Volkspartei (Ungarn) | Dimokratikos Synagermos (Zypern)
Assoziierte Parteien: Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation – Demokratische Partei für Mazedonische Nationale Einheit (Mazedonien) | Høyre (Norwegen) | Christlichdemokratische Volkspartei (Schweiz)

Starost

Starost (poln. starosta, lat. capitaneum) ist ein slawisches Wort, das ursprünglich den Verwalter des Vermögens einer Sippe bezeichnet. Seit dem Mittelalter wird es für sowohl offizielle als auch inoffizielle Führungspositionen verwendet. Insofern ähnelt es den deutschen Worten Ältester oder Vorsteher. In Bezug auf eine Stadt oder eine Gemeinde war ein Starost kein Bürgermeister (polnisch: burmistrz) als Oberster Vertreter einer gewählten Selbstverwaltung, sondern ein königlicher Verwaltungsbeamter, am ehesten mit dem veralteten Titel Drost zu übersetzen.
Im polnisch-litauischen Reich war Starost ein Titel für den mittleren Adel, vergleichbar einem Freiherrn, sowie auch ein Amt, entsprechend einem Landrat. In Polen-Litauen gab es bis 1795 zwei Arten von Starost: Burg-Starost (poln. grodowy) und Land-Starost (poln. niegrodowy). Der erste war eigentlicher Königsvertreter und auch Richter auf einem kleineren Gebiet, genannt starostwo. Der Titel war auch in Teilen des Heiligen Römischen Reichs gebräuchlich und brachte keinen Anspruch auf Besitz von Ländereien mit sich. Eine Starostei war ein Krongut.
Im heutigen Polen bezeichnet starosta einen Landrat, der der Kreisleitung (Starostei) vorsteht und einen Powiat (Landkreis) verwaltet. In der Tschechischen Republik hingegen entspricht Starost dem österreichischen oder deutschen Bürgermeister .