Peter Flechtner

Peter Flechtner (* 18. Januar 1963) ist ein deutscher Film- und Theaterschauspieler sowie Synchronsprecher.

Als Schauspieler hatte Peter Flechtner Nebenrollen in den bedeutenden Filmen Wie ein Licht in dunkler Nacht und Schindlers Liste. Er synchronisiert außerdem häufig Filme, Fernsehserien, Hörspiele und Werbespots.
Im Synchronstudio lieh er seine Stimme unter anderem Ben Affleck (zum Beispiel in Armageddon oder Der Anschlag), Ralph Fiennes (in Mit Schirm, Charme und Melone), der Anime-Figur Lupin III sowie einer Vielzahl von Serienschauspielern, darunter Peter DeLuise in 21 Jump Street, David James Elliott in JAG – Im Auftrag der Ehre, Jack Davenport in Coupling und FlashForward, Sam Trammell in True Blood, Doug Savant in Desperate Housewives, Timothy Omundson in Psych, Brian Stepanek in Hotel Zack & Cody, Matthew Fox in Lost, William Fichtner in Prison Break, Colin Ferguson in Eureka – Die geheime Stadt, John Barrowman in Torchwood und Arrow, Brian F. O’Byrne in The International und Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest, Tate Donovan in O.C., California und Damages, Michael Kelly in House of Cards, Ty Burrell in Modern Family sowie Billy Burke in Zoo.
Darüber hinaus ist er der Sprecher von Timothy Olyphant unter anderem in Nur noch 60 Sekunden, Stirb langsam 4.0 und Hitman – Jeder stirbt alleine und von Billy Crudup unter anderem in Mission: Impossible III, Der gute Hirte und Watchmen. Seine Stimme gibt er auch in einer Neuauflage der 80er-Fernsehserie Knight Rider dem neuen K.I.T.T. Im Hörspielbereich spricht er die Titelrolle in der Serie Takimo – Abenteuer eines Sternreisenden. In der deutschen Fassung des Videospiels Murdered: Soul Suspect übernahm er die Rolle des Ronan O’Connor. Außerdem leiht er Rektor Bradford in der Serie Die Thundermans seine Stimme.
Die von Flechtner gesprochenen Charaktere sind meistens zwischen 25 und 40 Jahren alt. Seine Zwillingssöhne Marlon und Lennart Flechtner sowie seine Nichte Derya Flechtner sind ebenfalls im Synchronbereich aktiv.

Kate Bosse-Griffiths

Kate Bosse-Griffiths (* 16. Juli 1910 in Wittenberg; † 4. April 1998 in Swansea, Wales; gebürtig Käthe Bosse) war eine deutsch-walisische Ägyptologin und kymrische Schriftstellerin.

Käthe Bosse entstammte einer protestantischen Familie aus Wittenberg mit deutsch-jüdischem Hintergrund. Ihr Vater war der Gynäkologe Paul Bosse; ihre Mutter Käthe (* 12. Februar 1886 in Wittenberg; † 16. Dezember 1944 im KZ Ravensbrück) stammte aus einem jüdischen Elternhaus (ihre Eltern waren Max und Louise Levin) und wurde 1897 evangelisch getauft. Nach dem Gymnasium in Wittenberg studierte sie in München, Berlin und Bonn Klassische Philologie und Ägyptologie.
Nach ihrer Münchener Promotion über Die menschliche Figur in der Rundplastik der ägyptischen Spätzeit von der XXII. bis zur XXX. Dynastie wurde Käthe Bosse 1936 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin – als bekannt wurde, dass ihre Mutter jüdischer Abstammung war, wurde sie jedoch nach kurzer Zeit entlassen. Käthe Bosse emigrierte daraufhin nach England und erhielt bald Stellen als Teilzeitdozentin für Ägyptologie und wissenschaftliche Mitarbeiterin in altertumswissenschaftlichen Museen, zunächst im Petrie-Museum des University College London und später im Department of Antiquity des Ashmolean Museum der Universität Oxford. Innerhalb der Universität London lehrte sie im Department of Egyptology, in Oxford als senior member am Somerville College.
In Oxford lernte Käthe Bosse ihren späteren Mann, den Ägyptologen und Keltologen John Gwyn Griffiths, kennen – sie heirateten am 13. September 1939.
Während des Zweiten Weltkriegs gründeten Kate Bosse-Griffiths und ihr Mann den Cylch Cadwgan, einen Kreis von Intellektuellen, der sich regelmäßig im Haus der Familie Griffiths in Pentre im Rhonddatal (Cwn Rhondda) in Südwales traf. Vor allem aufgrund des Einflusses von Kate Bosse-Griffiths hatten die auf Literatur, Religion, Politik und Gesellschaft in Wales bezogenen Diskussionen des Kreises stets eine europäische Dimension. Ein Ergebnis dieser Diskussionen war ihr 1943 in kymrischer Sprache veröffentlichtes Buch Mudiadau Heddwch yn Yr Almaen über die Friedensbewegungen in Deutschland.
Seit 1945 lehrte ihr Mann im Department of Classics and Ancient History des University College Swansea, einem Mitgliedscollege der University of Wales.
Kate Bosse-Griffiths war außerdem von 1947 bis zu ihrer Pensionierung 1994 als Kuratorin für Archäologie am Swansea Museum tätig und trug 1971 maßgeblich zum Erwerb der Sammlung ägyptischer Altertümer des Pharmazieindustriellen Henry Wellcome bei.
Die Familie von Kate Bosse-Griffiths wurde während der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland verfolgt: Ihre Mutter starb im Konzentrationslager Ravensbrück. Ihre Söhne Robat Gruffudd und Heini Gruffudd sind bekannte kymrische Schriftsteller.

Iljuschin Il-20 (1948)

Die Iljuschin Il-20 (russisch Ильюшин Ил-20) war ein sowjetisches Schlachtflugzeug, das zweisitzig und in Ganzmetallbauweise ausgelegt war. Den Rumpf panzerte man mit 15 mm Stahlblech. Zur Verbesserung der Sicht während des Bombenabwurfs im Horizontalflug war die Pilotenkanzel in den Bug des Rumpfes direkt über das Triebwerk verlegt worden.
Die Arbeiten begannen 1947, der Erstflug durch Wladimir Kokkinaki erfolgte Ende 1948.
Das Projekt wurde nicht weiter verfolgt, da man davon ausging, dass ein Kampfflugzeug mit Kolbenmotor in der beginnenden Strahltriebwerks-Ära nicht mehr notwendig sein würde.
Die Il-20 ist nicht zu verwechseln mit der sehr viel bekannteren ECM/ELINT-Variante der Iljuschin Il-18, siehe hierzu Iljuschin Il-20.
Ebenfalls als Il-20 bezeichnet wird eine Zivilausführung des taktischen Bombers Iljuschin Il-28, die etwa Mitte der 1960er Jahre von der Aeroflot als Frachtflugzeug eingesetzt worden ist.
Il-12 • Il-14 • Il-18 (1946) • Il-18 • Il-62 • Il-86 • Il-96 • Il-103 • Il-108 • Il-114
A-50 • DB-3 • DB-4 • Il-2 • Il-4 • Il-6 • Il-8 • Il-10 • Il-20 (1948) • Il-20 • Il-22 • Il-24 • Il-28 • Il-30 • Il-32 • Il-38 • Il-40 • Il-46 • Il-54 • Il-76 • Il-102 • Il-112 • Il-214

Henry Charlton Bastian

Henry Charlton Bastian (* 26. April 1837 in Truro; † 17. November 1915 in Chesham Bois, Buckinghamshire) war ein britischer Neurologe.

Außer seinem großen Interesse für Naturkunde ist aus Bastians frühen Jahren wenig bekannt. 1856 kam er auf das University College London und schloss sein Studium an der Universität London 1861 ab. Zunächst begann er seine Arbeit am St. Mary’s Hospital in London als Assistenzarzt und Dozent für Pathologie. Seinen Doktortitel erhielt er 1866 und 1867 ging er im Alter von 30 Jahren als Professor für pathologische Anatomie an die Universität London zurück. Zu dieser Zeit war die Lehre in der Neurologie am University College London stark durch den Einfluss von Sir John Russell Reynolds geprägt. Auch William Richard Gowers, der acht Jahre lang unter Bastian gearbeitet hatte, war am University College, gleich nachdem er approbiert hatte und 1867 seine „Membership of the Royal College of Surgeons (M.R.C.S.)“ erhielt.
Bastian setzte seine Arbeit in der klinischen Medizin fort und wurde 1878 Physikus am University College Hospital. Von 1887 bis 1898 war er Lehrstuhlinhaber für medizinische Grundsätze und Anwendungen und überlappend von 1868 bis 1902 auch vom National Hospital in Queen Square in London beauftragt. Früh wandte er sich von der klinischen Neurologie ab und befasste sich wieder mit der Problematik der Spontanzeugung, mit der er sich zu Beginn seiner Laufbahn bereits beschäftigt hatte. In seinen frühesten wissenschaftlichen Arbeiten befasste sich Bastian mit dem Guineawurm und anderen Fadenwürmern, musste seine Forschungsarbeiten aber spontan aufgrund einer Allergie gegen diese Lebewesen einstellen.
1866 heiratete er Julia Orme, mit der er drei Söhne und eine Tochter hatte.
1868 wurde er im Alter von 31 Jahren zum Mitglied der Royal Society ernannt. Er setzte von 1897 bis 1898 Maßstäbe am Royal College of Physicians in London und erhielt die Ehrenmitgliedschaft am Royal College of Physicians of Ireland und die Ehrendoktorwürde der Royal University of Ireland. Von 1884 bis 1898 war er königlicher Berater für Verdachtsfälle von Geisteskrankheiten.

Riesen-Tigersalmler

Riesen-Tigersalmler (Hydrocynus goliath)
Der Riesen-Tigersalmler (Hydrocynus goliath), auch Riesen-Tigerfisch, Goliath-Tigersalmler oder Wasserhund (Englisch: Giant tigerfish) ist ein Süßwasserfisch und der größte aus der Familie der Afrikanischen Salmler (Alestidae). Synonyme sind Hydrocynus vittiger und Hydrocyon vittiger.

Der Riesen-Tigersalmler ist im west- und zentralafrikanischen Kongo und dessen Einzugsgebiet weit verbreitet. Somit kommt er auch im Lualaba River, Upembasee und Tanganjikasee vor, fehlt aber in allen anderen Stromsystemen des schwarzen Kontinentes.
Bei Riesen-Tigersalmlern handelt es sich um langgestreckte, kräftige Fische von spindelförmiger Gestalt. Der Kopf ist groß und kräftig. Die Schwanzflosse ist groß, tief gegabelt und mit einem sehr kräftigen Schwanzstiel. Im subadulten Stadium sind die Tiere eher langgestreckt mit einer rötlichen Färbung des unteren Caudallappens (Schwanzlappen), welche bis zum adulten Stadium verschwindet. Außerdem werden sie mit dem Alter immer hochrückiger. Längsstreifen, die für andere Tigerfischarten typisch sind, sind nur sehr schwach ausgeprägt oder fehlen ganz. Es sind keine sichtbaren Geschlechtsunterschiede bekannt. Erreicht werden Längen von weit über einem Meter und mehreren Dutzend Kilogramm Gewicht. Es gibt auch nicht belegte Berichte von Exemplaren mit 180 cm Länge. Das auffälligste Merkmal ist wohl ihr furchterregendes Gebiss, denn das endständige und tief gespaltene Maul ist dicht mit großen nadelspitzen, ineinandergreifenden Zähnen besetzt. In ihrer Form sind die Zähne dreieckig mit rasiermesserscharfen Kanten. Ein weiteres sehr interessantes Merkmal ist ihr zweites Gelenk im Oberkiefer, wodurch die Fische ihr Maul noch bedeutend weiter öffnen können.
Als aktive Hetzjäger halten sie sich meist in starker Strömung auf. Da sie meistens in sehr trübem Wasser leben, besitzen sie eine gut entwickelte Seitenlinie, die ihnen den Beutefang erleichtert. Sie leben ausschließlich piscivor und schnappen auch nach auffällig großen Beutefischen, aus denen sie mit ihrem Gebiss Stücke herausreißen können. In der Regel wird allerdings Beute bevorzugt, welche im Ganzen verschlungen werden kann. Größere Exemplare scheinen einzelgängerisch zu leben, während die Jungtiere sich in kleineren Gruppen zusammenfinden. Laut den dort lebenden Menschen ist dies der einzige Fisch, der keine Angst vor Krokodilen hat.
Einige wenige Aquarianer halten Riesen-Tigersalmler in größeren Becken. Die Wasserwerte sind für die Pflege nur von untergeordneter Bedeutung. Nicht zu kaltes, sauerstoffreiches Wasser mit möglichst starker Strömung ist wichtig. Eine gute Filterung und regelmäßiger Wasserwechsel sind nötig, da größere Nitratmengen nicht so gut vertragen werden. Tigerfische reagieren sehr empfindlich auf Medikamente mit Farbstoffzusatz, daher ist bei Befall mit Ektoparasiten besser mit jodfreiem Kochsalz und Temperaturerhöhung zu behandeln. Aufgrund der erreichbaren Körpergröße eignen sich für die Haltung dieser agilen schwimmfreudigen Räuber nur entsprechend große Aquarien. Viel freier Schwimmraum und auch einige geräumige Unterstände sind nicht unwichtig. Vorsicht ist beim Hantieren im Becken mit größeren Exemplaren geboten. Die Tiere beißen extrem schnell zu, Futterpinzette o.ä. ist unerlässlich. Eine Zucht im Aquarium ist bisher nicht gelungen.
Die Einheimischen nutzen den Riesen-Tigersalmler als Speisefisch genauso wie alle anderen Fischarten auch. Trotzdem wird man ihn nicht besonders oft für die eigene Küche kaufen können, obwohl er ein sehr guter Speisefisch ist. Aufgrund seiner Erscheinung und seiner Kampfstärke ist er aber beliebte Beute im Angelsport. Es werden diverse buchbare Angelreisen an den Kongo angeboten, um diesen Fischen nachzustellen.

Matthieu Donarier

Matthieu Donarier (* 1976 in Nantes) ist ein französischer Jazzmusiker (Tenor- und Sopransaxophon, Klarinette, Bassklarinette).

Matthieu Donarier lernte zunächst Klarinette, bevor er als Jugendlicher zum Saxophon wechselte. Nach dem Besuch des Konservatoriums in Rennes zog er nach Paris, um am Conservatoire National Supérieur (CNSM) zu studieren. Schon vor seiner Graduierung 1998 gründete er mit dem Gitarristen Manu Codjia und dem Schlagzeuger Joe Quitzke das Matthieu Donarier Trio. 1999 wurde das Trio mit dem ersten Preis des Concours de la Defense ausgezeichnet. Nach Tourneen durch Europa, dem Nahen Osten und Kanada gehört er seit 2006 dem Musikerkollektiv Yolk in Nantes an, bei dem er sein Trioalbum Optic Topic veröffentlichte. Donarier arbeitete neben seinem Trio außerdem mit Poline Renou, dem Ensemble ZAR, Sébastien Boisseau, Daniel Humair (Baby Boom, 2002), Alban Darche, Patrice Caratini und Stephan Oliva, Stéphane Kerecki und Gábor Gadó, ferner in den Ensembles Le Sacre du Tympan und Le Gros Cube.

Tragik der Anti-Allmende

Die Tragik der Anti-Allmende (engl. tragedy of the anticommons) beschreibt das Dilemma, bei dem die Vielzahl an Rechteinhabern das Erreichen eines sozial erwünschten Resultats unmöglich macht. Der englische Ausdruck dieses Neologismus wurde vom US-amerikanischen Rechtsprofessor Michael Heller geprägt.

Der Begriff stützt sich auf den Begriff Tragik der Allmende. Während die Tragik der Allmende in der Übernutzung eines Gutes besteht, an dem viele Nutzungsrechte haben aber bei dem keine Ausschließbarkeit besteht, beschreibt die Tragik der Anti-Allmende ein spiegelbildliches Dilemma: Eine große Anzahl an Rechteinhabern hat kein alleiniges Nutzungsrecht an einem Gut, hat aber das Recht, die anderen von der Nutzung auszuschließen. Es besteht in diesem Fall die Gefahr, dass das Gut nicht oder zu wenig genutzt wird. Eine Anti-Allmende verschärft die Gefahr verwaister Werke.
Das Konzept liefert einen einheitlichen Rahmen für eine Reihe von Misserfolgen in der Koordination wie Patenthortung, U-Boot-Patente, Nagelhäuser und weitere, meist bürokratische Probleme. Solches Systemversagen zu überwinden kann schwierig sein und möglicherweise in Gewalt ausarten. Aber es gibt verschiedene Lösungsansätze wie Enteignung, Fristen für rechtliches Agieren, Patent-Pools wie Kreuzlizenzierung oder andere Arten der Lizenzorganisierung.
Das Problem der Anti-Allmende wurde von dem US-amerikanischen Rechtsprofessor Frank Michelman in einem Artikel aus dem Jahr 1982 eingeführt. Michael Heller popularisierte den Begriff von der Tragödie der Anti-Allmende in zwei Artikel aus den Jahren 1998 und 1999.
Die Tragik der Anti-Allmende lässt sich nach Zuweisung bzw. Nicht-Zuweisung von Eigentumsrechten und Ausgang einordnen:
In Hellers Artikel aus dem Harvard Law Review von 1998 schrieb er, dass es nach dem Fall des Kommunismus in vielen Städten Osteuropas eine Menge Straßenstände gab, aber auch viele leere Ladenlokalitäten. Auf eine Untersuchung hin kam er zum Schluss, dass das Problem in der Vielzahl von Departementen und Privaten lag, welche verschiedene Rechte über die Benutzung von Ladenlokalen hatten. Es war für einen Händler sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich, erfolgreich den Gebrauch der Immobilien zu verhandeln. Obwohl alle Eigentümer mit den leeren Läden Geld verloren und die Läden sehr gefragt waren, machten es ihre gegenläufigen Interessen unmöglich, die Immobilien effektiv zu nutzen.
Patente werden häufig als Beispiel der Tragik der Anti-Allmende angeführt, weil ein Patenteigner Exklusivrechte über die Verwendung der patentierten Technologie besitzt. Wenn nun die Herstellung eines bestimmten Produktes die Verwendung vieler Techniken und Komponenten beinhaltet, welche durch verschiedene Leute oder Firmen patentiert wurden, kann es sehr schwierig sein, mit allen Patenteignern zugleich geeignete Verträge auszuhandeln. Dies kann dazu führen, dass jemand so viele Lizenzgebühren bezahlen müsste, dass es zu teuer oder zu riskant würde, das gewünschte Produkt herzustellen. In der Folge würde ein Produkt, welches viele Innovationen vereinen würde und sehr gefragt wäre, nicht hergestellt werden, nur weil die Kosten der notwendigen Patente zu hoch wären.
Die potenziellen Hersteller verlieren, die Patenteigner verlieren, Konsumenten, welche von der Technologie profitiert hätten, verlieren, und unter Umständen kann auch die Umwelt verlieren, wenn das Produkt eine umweltschädliche Technologie ersetzt hätte. Wenn medizinische Technologie involviert ist, können sogar Menschen ihr Leben verlieren. Da die verantwortlichen Patenteigner auch Konsumenten sind, verlieren sie doppelt. Paradoxerweise geschieht dies, wenn oder gerade weil sie sich eigentlich „rational“ verhalten, um ihre Ressourcen für ihr Eigeninteresse optimal zu nutzen.
Für viele Produkte muss ein Hersteller den Gebrauch mehrerer Patente aushandeln. Zum Beispiel enthält ein DVD-Spieler zahlreiche Teile, welche von verschiedenen Firmen patentiert wurden. Ein einziger Mikrochip kann über 5000 verschiedene Patente tangieren. Infolgedessen kann niemand einen DVD-Player oder Mikrochip herstellen, ohne dass jeder einzelne Patenteigner der Lizenzierung seiner Patente zustimmt. In vielen Industrien stimmen Patenteigner entweder einer Kreuzlizenzierung ihrer Patente zu (d. h., du kannst unsere benutzen, wenn wir eure benutzen können) oder sie arbeiten eine gemeinsame Lizenzierungsvereinbarung aus, welche die Produkte erschwinglich macht. Das heißt im Allgemeinen für DVD-Spieler, Computerkomponenten und andere Unterhaltungselektronik, dass die Kosten für die Lizenzierung der Patente selten viel höher sind als die Herstellungskosten. Die Patente für einen DVD-Spieler beispielsweise betragen etwa 20 US-Dollar für die billigsten Modelle.
Dank der vereinfachten Patentierung biologischer Entdeckungen ist es wahrscheinlich, dass jeder, der in der biomedizinischen Forschung tätig ist, mehrere patentierte Prozeduren anwenden muss, um ein vermarktbares Produkt zu entwickeln. Da diese Patente jedoch kurzlebig sind und nur wenig Patente in vermarktbaren Produkten enden, ist es für das Erforschen neuer Behandlungen und Prozesse oft unverhältnismäßig teuer und resultiert in der Ablehnung des Produktes auf dem Markt. Tatsächlich kann ein Patenteigner bereits die Forschung selbst als Patentverletzung einklagen und eine Lizenzgebühr erheben, auch wenn die Chance auf ein marktfähiges Produkt klein ist.
Jedenfalls kann bereits ein fragwürdiges Patent die Markteinführung eines Produkts rechtlich unmöglich machen. Bei einem Streit zwischen Research In Motion und NTP, Inc. ging es um ein einziges Wireless-E-Mail-Patent, welches ein Schlüsselbestandteil des Blackberrys darstellt. Es resultierte in einer Einsprache, welche den Verkauf des BlackBerrys in den USA verhindert hätte, wenn es nicht nur bei der Einsprache geblieben wäre.
Auch der Konkurrenzkampf um Urheberrechte kann die Vermarktung eines Produktes zu einem vernünftigen Preis verhindern, wodurch dem Urheberrecht-Inhaber Tantiemen von großem Wert entgehen können. WKRP in Cincinnati war zum Beispiel eine der populärsten Sitcoms aller Zeiten in den USA. Während viele der Fernsehsendungen der 1980er Jahre erfolgreich auf DVD veröffentlicht wurden, war WKRP jedoch viele Jahre lang nicht auf DVD erhältlich.
Grund war, dass die Urheberrechte an der Filmmusik auf eine Vielzahl von Rechteinhabern verteilt waren: Die Fernsehproduzenten der Sendung hatten zwar Abkommen mit Musiklizenzagenturen wie ASCAP und BMI, wonach für jedes Lied, das in der Fernsehshow vorkam, eine Gebühr zentral an diese Lizenzagenturen bezahlt werden musste. Diese Abkommen galten jedoch nicht für DVDs. Die Produzenten der Serie mussten auf die ursprünglichen Inhaber der Urheberrechte zurückgreifen und sahen sich vor der Aufgabe, mit mehreren Dutzend Komponisten einzeln zu verhandeln. Der jetzige Besitzer der Sendung, 20th Century Fox, hat schließlich die Show 2007 auf DVD herausgegeben, wobei er Musik, für die er keine Rechte bekommen konnte, durch ähnliche Stücke ersetzt hat.
Um Straßen, Gleise und weitere Infrastruktur zu bauen, wurde die Enteignung schon lange als notwendiges Instrument betrachtet. Ohne Enteignung muss jeder einzelne Grundbesitzer entlang einer Strecke dem Verkauf seines Landes und damit dem Bau zustimmen. Auch hier wird das Problem der Anti-Allmende deutlich, da jeder einzelne Landbesitzer den Bau einer Straße stoppen kann. Die Möglichkeit, dass eine einzige Person ein Veto gegen ein Projekt einlegen kann, stellt ein großes unternehmerisches Risiko dar und kann den Bau erheblich verteuern.
Originalartikel:
Entwicklung eines formalen Modells:

Eiswerder

Vorlage:Infobox Insel/Wartung/Höhe fehlt
Eiswerder ist der Name einer Insel in der Havel, nördlich der Spandauer Zitadelle. Die Insel ist durch zwei Straßenbrücken mit dem Ostufer (Kleine Eiswerderbrücke) und dem Westufer (Große Eiswerderbrücke) verbunden. Nordöstlich vorgelagert befindet sich die kleine Pionierinsel. Das Gebiet gehörte bis 1910 zum Gutsbezirk Spandau, danach wurde es der Stadt Spandau eingegliedert.

Die 140.000 m² große Insel liegt inmitten der hier zum Spandauer See erweiterten Havel. Etwa die Hälfte der Insel ist bewaldet. Die im südlichen Teil der Insel befindlichen Gebäude folgen nicht der Bauflucht der Spandauer Uferbebauung, sondern um 45° hierzu gedreht der Achse der Zitadelle.
Bereits vor 1746 gehörte die Insel dem Amt Spandau. 1746 erhielt der steiermärkische Transmigrant Philipp Schupfer auf königlichen Befehl die öde Insel Eiswerder zur Ansiedelung. 1817 wurde in der Spandauer Zitadelle ein geheimes Brandraketen-Laboratorium eingerichtet. Es übersiedelte aber schon 1829 auf den Eiswerder, auf dem seit 1826 der Militärfiskus ein Königliches Feuerwerkslaboratorium errichtet hatte.
Die Insel Eiswerder entwickelte sich im 19. Jahrhundert mit ihren Rüstungsfabriken zu einem bedeutenden Militärstandort. Auf ihr befanden sich eine Pulverfabrik, eine Geschützgießerei, eine Artilleriewerkstatt, eine Patronenfabrik und eine Munitionsfabrik. 1890 siedelte sich am Salzhof, nordöstlich der Insel Eiswerder, eine chemische Fabrik an, die die Säuren für die Munitionsherstellung produzierte. Die Rüstungsanlagen wurden 1892 über eine 31 Meter Eisenbahnbrücke (Kleine Eiswerderbrücke, nach dem Zweiten Weltkrieg für Kraftfahrzeuge freigegeben) über die Havel an den Spandauer Hamburger Bahnhof der Berlin-Hamburger Bahn angeschlossen. 1908 wurde das Gleis westlich der Nonnendammallee mit der Siemens-Güterbahn verbunden und weiter zum Bahnhof (Berlin-)Ruhleben geführt, die Verbindung zum Hamburger Bahnhof (1911–1936 Spandau Hauptbahnhof, seit 1998 Bahnhof Stresow) wurde im Zuge der Höherlegung seiner Anlagen 1910 aufgegeben. Zur Säurefabrik am Salzhof führte ein Nebengleis.
Innerhalb der Betriebe existierten zum Teil schmalspurige Werkbahnen, Gleise mit einer Spurweite von 600 mm waren auf Eiswerder noch bis 1986 vorhanden. Um die Explosionsgefahr zu mindern, kamen auf diesen Strecken feuerlose Dampfspeicherlokomotiven zum Einsatz.
→ Siehe auch: Militäreisenbahn Spandau
Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten die verbliebenen Hallen und Flächen auf dem Eiswerder als Lagerungs- und Umschlagplatz für Getreide, auf dem Salzhof hingegen wurden Tanklager errichtet. Von 1953 bis 1990 lagerte hier der West-Berliner Senat die erweiterten Senatsreserven. Die Rhenus AG & Co. KG errichtete auf der Insel einen Lokschuppen und eine Wartungsgrube und übernahm 1988 von hier aus die Betriebsführung der Siemens-Güterbahn.
Von 1950 bis Anfang der 1970er Jahre befanden sich in den Räumen der vormaligen Pulver- und Munitionsfabrik Filmstudios der Filmproduktionsfirma CCC-Film von Artur Brauner. Der Eiswerder wurde auch zum Standort verschiedener Bootsclubs.
Im Jahr 1993 nahm der Entwicklungsträger der Wasserstadt Spandau Umbauten von Lagergebäuden der preußischen Pulverfabriken zur Büronutzung vor. Bald danach etablierten sich hier Gastronomie (Restaurants und Diskothek) und Fernsehstudios. Mittlerweile ist Eiswerder ein Gewerbestandort mit Schwerpunkt Kunst und Medien. Seit 2010 nimmt die Misch- und Wohnnutzung zu, es etablieren sich verschiedene Projekte, die die vorhandenen Baudenkmäler auf neue Weise nutzen.

Jessi Colter

Jessi Colter (* 25. Mai 1943 als Mirriam Johnson in Phoenix, Arizona) ist eine US-amerikanische Country-Sängerin.
Von 1963 bis 1968 war Colter mit dem Gitarristen Duane Eddy verheiratet, mit dem sie auch musikalisch zusammenarbeitete. Ihre erste Schallplatte brachte Colter 1969 heraus. Im selben Jahr heiratete sie den Country-Star Waylon Jennings und wurde mit ihm zu einem Teil der Outlaw-Bewegung. Ihr gemeinsamer Sohn Shooter Jennings kam 1979 zur Welt.
Trotz etlicher in den 1970er Jahren produzierter Schallplatten stand Jessi Colter immer im Schatten ihres weitaus berühmteren Ehemannes. Im Jahr 1975 konnte Jessi Colter ihren ersten und einzigen Nr.-1-Erfolg in den Billboard Country-Charts mit der Single I’m Not Lisa verbuchen. Der von ihr selbst geschriebene Song, der von Ken Mansfield und Waylon Jennings produziert wurde, erreichte am 24. Mai 1975 den Spitzenplatz der Countrycharts und konnte sich eine Woche auf Platz 1 halten. Danach war ihren Soloveröffentlichungen nur noch bescheidener Hitparadenerfolg vergönnt. Etwas erfolgreicher war ihr Duett mit Waylon Jennings bei dem Titel Storms Never Last. Diese Auskopplung aus dem Album Waylon & Jessi schaffte es 1980 bis in die Top Ten der Country-Charts.
Bereits 1978 war sie ebenfalls mit Jennings an dem künstlerisch ambitionierten, aber kommerziell erfolglosen Projekt „White Mansions“ beteiligt, in dem der Songwriter und Produzent Paul Kennerley den Sezessionskrieg aus der Sicht einiger Südstaatenfiguren musikalisch verarbeitete.

John Gobbi

Vorlage:Infobox Eishockeyspieler/Dateityp
John Gobbi (* 25. September 1981 in Faido) ist ein schweizerisch-italienischer Eishockeyspieler, der seit Mai 2013 beim Lausanne HC in der Schweizer National League A unter Vertrag steht.

Gobbi stammt aus der Juniorenabteilung des HC Ambrì-Piotta, wo seine Eltern das Stadionrestaurant führen. Nachdem er sämtliche Juniorenmannschaften der Tessiner durchlaufen hatte, kam Gobbi in der Saison 1999/2000 zu seinem ersten Einsatz im Fanionteam. Insgesamt absolvierte er in jener Saison 14 Partien in der ersten Mannschaft, blieb allerdings noch ohne Scorerpunkt.
Während der Saison 2001/2002 wurde Gobbi, der als einer der härtesten Verteidiger im schweizerischen Eishockey gilt, zwischenzeitlich für insgesamt 22 Partien an den HC Sierre in die Nationalliga B ausgeliehen, kehrte allerdings wieder zu seinem Stammverein zurück. Da der Trainer des Ligakonkurrenten Genève-Servette HC Chris McSorley Gobbi schon länger beobachtet hatte, wechselte dieser zur Saison 2004/05 in die Westschweiz, wo er sich zum Nationalspieler entwickelte. Im Sommer 2011 wechselte er zu den ZSC Lions. Im November 2012 kehrte er bis zum Saisonende 2012/13 zu seinem Stammverein HC Ambrì-Piotta zurück. Zur Saison 2013/14 wurde er vom NLA-Aufsteiger Lausanne HC unter Vertrag genommen.
Seit dem Jahre 2007 wurde Gobbi immer wieder ins erweiterte Kader der Nationalmannschaft für die jeweiligen Weltmeisterschaften aufgenommen, verpasste jedoch den letzten Cut jedes Mal und musste als überzählig wieder nach Hause reisen. Anlässlich der Weltmeisterschaften 2011 in der Slowakei verletzte sich jedoch sein Genfer Teamkollege Goran Bezina im Spiel gegen Kanada an der Schulter und konnte im weiteren Turnierverlauf nicht mehr eingesetzt werden, was den Schweizer Nationaltrainer Sean Simpson dazu bewog, Gobbi nachzunominieren.
Torhüter: Pascal Caminada | Cristobal Huet  Verteidiger: Jannik Fischer | Joel Genazzi | John Gobbi (C) | Matteo Nodari | Federico Lardi | Larri Leeger (A) | Philipp Rytz | Ralph Stalder | Dario Trutmann  Angreifer : Benjamin Antonietti | Gaëtan Augsburger | Daniel Bång | Florian Conz | Nicklas Danielsson | Thomas Déruns | Simon Fischer | Etienne Froidevaux (A) | Yannick Herren | Juha-Pekka Hytönen | Ossi Louhivaara | Alain Miéville | Louis Leblanc | Harri Pesonen | Paul Savary | Eric Walsky  Cheftrainer: Heinz Ehlers  Assistenztrainer: Rikard Franzén | Yves Sarault   General Manager: Sacha Weibel