Citrix Tennis Championships 2000

Die Citrix Tennis Championships 2000 waren die 8. Ausgabe des Tennis-Hartplatzturniers in Delray Beach. Es war das zweite Mal, dass dieses Turnier in Delray Beach ausgetragen wurde, zuvor war der Standort noch Coral Springs. Das Turnier war als Turnier der International Series Teil der männlichen ATP-Serie. Es fand zusammen mit den Kopenhagen Open und dem Chevrolet Cup in Santiago de Chile vom 28. Februar bis 5. März 2000 statt. Das Preisgeld betrug jeweils für Einzel- und Doppelturnier 325.000 $. Im Einzel traten 32 Spieler gegeneinander an, im Doppel waren es 16 Paarungen.
Titelverteidiger im Einzelturnier war der Australier Lleyton Hewitt, der in diesem Jahr nicht bei diesem Turnier antrat. Stattdessen gewann der an sechs gesetzte Österreicher Stefan Koubek seinen einzigen Titel der Saison 2000. Er gewann im Finale gegen den Qualifikanten Álex Calatrava aus Spanien in drei Sätzen. Es war der zweite Turniererfolg seiner Karriere.
Im Doppel siegte die ungesetzte Paarung bestehend aus Brian MacPhie und Nenad Zimonjić. Zimonjić verteidigte damit seinen Titel, den er im Jahr zuvor mit noch mit Max Mirny gewinnen konnte. Mirny scheiterte an drei gesetzt mit seinem Partner Mark Knowles im Halbfinale. Für Zimonjić war es der erste Titel der Saison und sein zweiter Doppelerfolg insgesamt, für MacPhie ebenfalls der zweite Karrieretitel, jedoch der einzige Saisonerfolg.
→ Hauptartikel: Citrix Tennis Championships 2000/Doppel
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Kerstin Thorvall

Kerstin Hilma Margareta Thorvall (* 12. August 1925 in Eskilstuna; † 9. April 2010 in Stockholm) war eine schwedische Schriftstellerin, Illustratorin und Journalistin.

Kerstin Thorvall wurde von 1945 bis 1947 zur Modezeichnerin ausgebildet und debütierte als Schriftstellerin 1959 mit dem Buch Boken till dig („Das Buch für dich“). Thorvall illustrierte in der Anfangszeit ihres Schaffens nicht nur ihre eigenen Kinder- und Jugendbücher, sondern auch eine Reihe anderer, darunter Kalle Blomkvist och Rasmus („Kalle Blomkvist und Rasmus“) von Astrid Lindgren, das 1953 erschien. Später schrieb sie mehr für Erwachsene und arbeitete als Feuilletonistin für die schwedische Wochenzeitung Vecko-Revyn sowie die Monatszeitung Damernas Värld von 1966 bis 1975.
In ihren offenherzigen Schilderungen, unter anderem über die weibliche Sexualität, wie in dem autobiografischen Werk Det mest förbjudna („Alles was verboten ist“, 1976), erweckte sie in den 1970er Jahren eine „moralische Panik“ und gehörte damit zu den meist gescholtenen, aber auch meistgelesenen Schriftstellern Schwedens. Die Wertschätzung Thorvalls eigenartiger schriftstellerischer Werke ist unterdessen mit den Jahren gewachsen, nicht zuletzt durch eine memoirenähnliche Romantrilogie, deren erster Teil När man skjuter arbetare („Kleide den Himmel in Dunkel“) von 1993 die Ehe der Eltern verarbeitet. Hierfür erhielt sie den Moa-Preis. Der zweite Teil I skuggan av oron („Wo das Leben beginnt“) von 1995 berichtet von ihrem Verhältnis zu ihrer Mutter nach dem Tod des Vaters. In Teil drei Från Signe till Alberte („Im Licht eines neuen Tages“) von 1998 wird ihr Leben als Ehefrau und Mutter behandelt.
Thorvall war hauptsächlich Romanschriftstellerin mit vielen hochgelobten Büchern. Aber es kam vor, dass sie die eine oder andere Illustration erstellte.

Peter Paul Pfausler

Peter Paul Pfausler (* 1. Februar 1871 in Roppen; † 24. Jänner 1924 in Innsbruck) war ein österreichischer Psychiater und Landwirtschaftsfachmann.
Peter Paul Pfausler war ein Bauernsohn und studierte an der Universität Innsbruck Medizin. Er war an der Gründung der christlichen Studentenverbindung A. K. V. Tirolia Innsbruck beteiligt. 1897 wurde er Sekundararzt an der Landesirrenanstalt Valduna in Vorarlberg und mit 1900 Direktor der Anstalt.
Pfausler beschäftigte sich auch mit Anliegen der Landwirtschaft. Für seine Entwürfe für Schweineställe in Deutschland erhielt er Anerkennungen. In Österreich wurde er vom Ministerium für Land- und Forstwirtschaft als Konsulent für landwirtschaftliches Bauwesen bestellt.
1922 erhielt er die politische Funktion eines Landeskulturrates in Tirol. Mit Pfausler vereinigte sich der Kreditverband der Tiroler Bauernsparkasse mit dem Verband der Raiffeisenverbandes und weiteren landwirtschaftlichen Genossenschaften. Die Vereinigung der Ein- und Verkaufsgenossenschaft der Tiroler Landwirte verband sich mit der Warenabteilung des Kreditverbandes zum Tiroler Genossenschaftsverband. Pfausler vertrat im Verwaltungsrat der Bundesbahnen die Landwirtschaft.

Hermann Thielen

Hermann Thielen (* um 1844 in Düsseldorf; † 3. August 1915 in Mülheim an der Ruhr) war ein deutscher Kaufmann und Präsident der Handelskammer Mülheim-Oberhausen.
Hermann Thielen entstammte einer alteingesessenen Mülheimer Schiffsbauerfamilie. Sein Vater war der königliche Feldpropst Peter Thielen, sein Bruder der preußische Staatsminister Karl von Thielen. Er übte den Beruf des Kohlenhändlers aus und begründete die Kohlengroßhandlung Thielen-Krabb in Mülheim an der Ruhr. Darüber hinaus war er Handelsrichter am Königlichen Landgericht in Duisburg (1879–1894), Präsident der Handelskammer für Mülheim und Oberhausen (1901–1910), Vertreter der Handelskammer im Bezirkseisenbahnrat Köln (1904–1910) sowie Mitglied der Mülheimer Stadtverordnetenversammlung (1909–1915). Er gilt als Mitbegründer des örtlichen Offiziersvereins und war Vorstandsmitglied im Kuratorium des Evangelischen Kranken- und Versorgungshauses in Mülheim an der Ruhr.
Ehe mit Helene Krabb (1848–1927) aus Mülheim an der Ruhr. Gemeinsame Kinder:

Luis Trenker

Luis Trenker, geboren als Alois Franz Trenker (* 4. Oktober 1892 in St. Ulrich in Gröden, Tirol, Österreich-Ungarn; † 12. April 1990 in Bozen, Italien), war ein Bergsteiger, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller. Bekannt geworden ist er insbesondere für seine Filme über die Alpen.

Luis Trenker wurde 1892 als Sohn des Holzbildhauers und Malers Jakob Trenker und seiner Frau Karolina geb. Demetz in St. Ulrich in Gröden geboren. Er wuchs zweisprachig auf, mit dem aus Nordtirol stammenden Vater sprach er Deutsch, Tiroler Dialekt, mit der Mutter und den anderen Kindern im Dorf sprach er meist Ladinisch. Nach dem Besuch der örtlichen Volksschule (1898 bis 1901) und der Bürgerschule im Knabenseminar Josefinum im nahen Bozen (1902/03) war Trenker kurzzeitig Ingenieur-Lehrling im Elektrizitätswerk seines Großvaters, Ferdinand Demetz, in St. Ulrich. Von 1903 bis 1905 besuchte er die Bau- und Kunsthandwerkerschule in Bozen. Dem schloss sich bis 1912 der Besuch der k. u. k. Realschule in Innsbruck an, wo er als Fremdsprache Italienisch lernte. Dort trat er der katholischen Mittelschulverbindung Cimbria Innsbruck bei. Bereits in seiner Schulzeit arbeitete er in den Ferien als Bergführer und Skilehrer. Trenker studierte nach der Reifeprüfung an der Technischen Hochschule Wien Architektur. Am Ersten Weltkrieg nahm er von Beginn an teil. Zunächst kämpfte er als Offiziersanwärter bei der österreichisch-ungarischen schweren Artillerie an der Ostfront in Galizien und Russisch-Polen. Dann war er im Gebirgskrieg 1915–1918 gegen Italien eingesetzt, zuerst als Artilleriefähnrich im Sperrfort Verle bei Trient und nach einer Verwundung ab 1916 als Bergführer in einer Bergführerkompanie in den Dolomiten. Zum Kriegsende hatte er den Rang eines Oberleutnants.
Nach Kriegsende unternahm Trenker erfolglose Versuche, in Bozen eine kaufmännische Existenz zu gründen. Schließlich nahm er sein Architekturstudium wieder auf, das er 1924 an der Technischen Universität Graz beendete. Er arbeitete danach als Architekt in Bozen in einem gemeinsam mit Clemens Holzmeister geführten Büro. Trenker nahm an den Olympischen Spielen 1924 in Chamonix als Mitglied der italienischen Fünferbobmannschaft teil. Die Mannschaft, bestehend neben Trenker aus den Südtirolern Ludwig Obexer, Max Fink, Paul Herbert und Josef Steiner, belegte den sechsten und damit letzten Platz. 1928 heiratete Trenker Hilda von Bleichert (1903–1988), Tochter des Leipziger Großindustriellen Paul von Bleichert (1877–1938), mit der er vier Kinder hatte: Florian, der später in seine Fußstapfen treten sollte, Ferdinand, Barbara und Josef Trenker. Diese Kinder bescherten ihm eine Reihe von Enkeln (Christian Trenker, Sven Oleownik, Walburga Trenker, Jasmine und Tommy Perathoner) und Urenkeln.
Erste Kontakte zum Film ergaben sich 1921. Trenker wurde von Arnold Fanck für den Film Berg des Schicksals als Bergführer engagiert. Als Fanck feststellte, dass der vorgesehene Hauptdarsteller nicht klettern konnte, übernahm Trenker die Hauptrolle. Darauf folgten rasch weitere Filme, zunächst als Schauspieler, ab 1928 auch als Regisseur. In diesen ist Trenker oft Hauptdarsteller, Regisseur und Drehbuchautor in einer Person. Ein neues Gesetz von 1927, wonach in Italien nur noch inländische Studientitel anerkannt wurden, erschwerte Trenker, der in Österreich studiert hatte, seine Arbeit als Architekt. Kurze Zeit später gab er sein Architekturbüro auf, arbeitete nur noch als Künstler und lebte bis 1940 in Berlin.
Als Regisseur debütierte er 1928 mit dem Stummfilm Der Kampf ums Matterhorn. Dem Engagement von Carl Laemmle ist es zu verdanken, dass Trenker in Hollywood englischsprachige Versionen seiner ersten beiden Tonfilme herstellen konnte. Ganz oder teilweise in Amerika spielen seine folgenden Arbeiten, Lebensentwürfe zweier in den USA scheiternder Auswanderer, die in ihren Beschreibungen fremder Städte und Natur famose visuelle Qualität entwickeln. Dem kompetenten Blick des Alpinisten auf Wolkenkratzer und in Straßenschluchten offenbarte sich New York als Landschaft, die verborgene Kamera dokumentierte neorealistisch Spuren der Weltwirtschaftskrise (Der verlorene Sohn, 1933/34). Die Wüsten des Westens hingegen erschienen ihm als Weiten, die Gefahren bergen (Der Kaiser von Kalifornien, 1935/36).
Neben seinen Filmen veröffentlichte Trenker eine Reihe von Romanen, Artikeln und Erlebnisberichten. Seine erste Veröffentlichung war ein Bericht über die Dreharbeiten zum Kampf ums Matterhorn, den er auf Anregung Theodor Wolffs für das Berliner Tageblatt schrieb. Nach der großen positiven Resonanz dieses Artikels beim Publikum legte Trenker 1931 Berge in Flammen. Ein Roman aus den Schicksalstagen Südtirols nach dem gleichnamigen Kinoerfolg vor, der den Preis der Stadt Wien für das „Beste Buch des Jahres“ erhielt. Bei dieser wie bei weiteren Publikationen versicherte sich Trenker der Mitarbeit versierter „Ghostwriter“. Half ihm zunächst der Münchner Autor Walter Schmidkunz, der Trenker von Bergtouren schon seit 1913 kannte und 1928 den Dichterpreis der Stadt München erhalten hatte, so arbeitete Trenker seit 1935 mit dem bekennenden Nationalsozialisten Karl Springenschmid aus Salzburg zusammen. Wesentliche Teile von Trenkers Kriegserinnerungen Sperrfort Rocca Alta. Der Heldenkampf eines Panzerwerkes (1937) und weitere Werke, die später unter Trenkers Namen u. a. im Franz-Eher-Verlag der NSDAP erschienen, hatte sein Kriegskamerad, der Schriftsteller Fritz Weber, geschrieben. Die späteren, nach 1950 erscheinenden Auflagen seiner Bücher überarbeitete Trenker allein, vor allem indem er politisch kompromittierende Stellen überarbeitete oder strich.
Trenkers Art, sich anderer Autoren oder fremder Stoffe zu bedienen, brachte ihn auch vor Gericht. Bereits Arnold Fanck warf ihm Ende der 1920er Jahre vor, eine Filmhandlung aus Fancks Drehbüchern übernommen zu haben. Die Aussage zweier Mitarbeiter Fancks, die fortan für Trenker arbeiteten, verhinderte eine Verurteilung. 1937 hatte Trenker weniger Glück. Er wurde verurteilt, für seinen Historienfilm Condottieri ein Werk des Kärntner Pfarrers Michael Paul Moser plagiiert zu haben. Diese Vorstrafe wurde durch eine Begnadigung Hitlers am 19. Juli 1940 gestrichen. 1954 reichte dann Fritz Weber eine Feststellungsklage ein, dass er der Autor einiger Werke sei, die unter Trenkers Namen erschienen waren. Dieser Rechtsstreit wurde mit einem Vergleich beigelegt.
Ein Hauptthema in Trenkers künstlerischem Schaffen ist die Idealisierung eines der Heimat- und Bergwelt verbundenen Lebens, das häufig der Dekadenz der Städte und Stadtbewohner gegenübergestellt wird. Das faschistische Regime in Italien und das NS-Regime in Deutschland konnten Trenkers Werke nicht zuletzt deshalb instrumentalisieren. Vor allem aber zählte Adolf Hitler lange Zeit zu Trenkers Bewunderern. Wenige Wochen vor der NS-Machtübernahme hielt Joseph Goebbels am 19. Januar 1933 in seinem Tagebuch fest: „Abends Film. Luis Trenker, Der Rebell. Die Spitzenleistung. Ein nationalistischer Aufbruch. Ganz große Massenszenen … Hitler ist Feuer und Fett.“
Sein Filmschaffen in Italien hatte die ideologischen Erwartungen Benito Mussolinis erfüllt. Auf eine Bemerkung des Emigranten Paul Kohner, dass Condottieri (1937) wirklich ein faschistischer Film sei, antwortete Trenker damals offen: „Sie wundern sich? Ich erhielt doch den Auftrag, diesen Film zu machen, und die italienische Regierung finanzierte auch zum großen Teil die Arbeiten dazu. Wie soll denn da ein Film anders werden?“ Dieser Film, eine deutsch-italienische Koproduktion, für deren Massenszenen 60 Mann der Leibstandarte SS Adolf Hitler abkommandiert wurden, gilt der Filmwissenschaft heute aufgrund seines „propagandistischen Charakters“ als Beispiel für den „italienischen Film im Faschismus“. Ein interessantes Detail dabei war, dass Trenker seine Filme auch in Italien in seiner deutschen Muttersprache aufnahm; dies scheint die faschistischen Machthaber nicht weiter gestört zu haben. Trenker setzte sich auch besonders für die in Bozen geplante Filmstadt ein, die allerdings nie errichtet wurde.
Trenker, der seit 1927 in Berlin lebte, trat schon im September 1933 der nationalsozialistischen Reichsfachschaft Film bei. Anfang April 1933 meldete die Zeitschrift Kinematograph, dass Trenker gemeinsam mit Carl Boese, Victor Janson und Fritz Lang die Abteilung Regie in der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation (NSBO) gegründet habe, wofür es aber keine weiteren Belege gibt. Lang zumindest erklärte 1962 in einem Interview, er habe keine leitende Funktion in einer der NSDAP nahestehenden Organisation bekleidet. Entgegen seinen späteren Behauptungen optierte Trenker im März 1940 im Zuge des Südtiroler Optionsabkommens nach langem Zögern für das Deutsche Reich. Im Sommer 1940 trat er auch der NSDAP bei.
Trenker versuchte sich dem Druck der künstlerischen Unterordnung zum Teil zu widersetzen, er fühlte sich vom deutschen NS-Regime immer weiter in die Enge getrieben. Bei den NS-Stellen waren schon früh Beschwerden über Trenker eingegangen, die jedoch ohne direkte Folgen blieben und seinen Stellenwert für die NS-Spitze viele Jahre lang nicht beeinträchtigten. Zunächst wurde er von P. G. Wohlhuber (Reichspropagandaleitung Abt. IV) im Februar 1934 denunziert. Dieser hatte Trenker belauscht, als er seinem Ärger in einem Gasthof Luft machte. Trenker beschwerte sich über die strengen deutschen Gesetze und meinte, so wolle er keine Filme mehr drehen, und überhaupt könnten sie ihn in Berlin „kreuzweise“. Fred Lyssa, Produktionsleiter der UFA, denunzierte ihn nur wenig später (März 1934) in einem ausführlichen Brief, in dem er eine Äußerung Trenkers bei einer gemeinsamen Autofahrt in New York wiedergab: „Ich habe da gestern einen Schweden gesprochen – na ja er hat ja Recht, es ist auch eine Schande, dass die Deutschen die Literatur verbrannten und dass Deutschland die Juden rausschmeisst“.
1934 waren Beschwerden beim Reichsfachschaftleiter Film wegen der Verschleuderung des von Trenker nach Südtirol eingeführten deutschen Kapitals eingegangen. Von seinen Mitarbeitern darauf angesprochen, entgegnete Trenker wörtlich: „Ich bin Tiroler hier in Tirol, und das ‚Deutsche Kapital‘ ist mir wurscht!“ und machte somit klar, dass er es weiter nach eigenem Gutdünken verwenden werde. Auch wurde er mehrfach von Mitarbeitern kritisiert, er würde zu viele Ausländer in seinen Filmen engagieren. Es gab auch eine Mahnung (Februar 1938) der Reichstheaterkammer, da Trenker in Wien jüdische Schauspieler verpflichtete.
Die „Wertschätzung der Nationalsozialisten“ blieb Trenker trotzdem lange erhalten. Sie erfuhr, fasste Die Welt 2005 das Verhältnis der NS-Spitze zu Trenker zusammen, „erst eine Trübung, als er sich nach der Einigung zwischen Mussolini und Hitler nicht recht entscheiden mochte, ob er, der Südtiroler, nun für Italien oder das Deutsche Reich votieren sollte. Das Lavieren trug ihm böse Kommentare von NS-Funktionären ein.“
Aufgrund seines Zögerns in der schwierigen Optionsfrage fiel Trenker bei der NS-Führung dann im Frühjahr 1940 in Ungnade. Am 5. März 1940 verzeichnete Goebbels dazu in seinem Tagebuch: „Ich trage dem Führer den Fall Trenker vor. Dieses Schweinestück hat in Südtirol nicht für uns optiert. Hinhalten, freundlich sein, aber abservieren.“ Kurz darauf wurden auf direkte Anweisung von Goebbels hin sämtliche seiner Filmprojekte eingefroren oder abgesagt. 1940 beauftragte Himmler seinen Geheimdienst SD, die früheren „deutschfeindlichen“ Äußerungen Trenkers nochmals näher zu untersuchen.
Trenkers weiteres politisches Agieren bezeichnete Der Spiegel 1994 dann als „Werben um die Gunst der Nazi-Größen“ und als „serviles Bemühen, das Wohlwollen der Nazis wiederzuerringen“. Ende März 1940 optierte er schließlich fürs Deutsche Reich, versicherte sich aber, dass seine Eltern weiterhin in ihrem Haus in Südtirol verbleiben durften. Er wurde bei Goebbels vorstellig, dem er laut dessen Aufzeichnungen „etwas von seinem Deutschtum vor(geschwafelt)“ habe.
Dies und seine Bittschreiben an Hitler, Goebbels und Himmler blieben allesamt erfolglos. Um etwa seine Entscheidungskrise in der Südtiroler Optionsfrage zu rechtfertigen, verfasste er ein weiteres Schreiben an Hitler, worin er seine innere Bindung an sein Geburtsland und seine Berge beschreibt, aber auch erklärte: „Sie, mein Führer […] können sich verlassen, daß ich zu gegebener Stunde genau weiß, wo ich hingehöre und wo ich zu stehen habe.“
Der Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums sandte 1941 ein Schreiben an den persönlichen Stab Himmlers, in dem sämtliche Zuwiderhandlungen Trenkers angeführt sind: Trenkers zwiespältiges Hofieren bei den italienischen Machthabern, seine Äußerungen gegen die Abwanderung der Südtiroler aus ihrem Gebiet sowie der Hinweis auf „deutschfeindliche“ Betätigungen im Ausland. In seiner beim Sicherheitsdienst hinterlegten Karteikarte findet man auch die Bezeichnung „deutschfeindlich“.
1941 wurden das Drehbuch und die Finanzierung eines neuen Films abgelehnt, da Trenker darauf bestanden hatte, in den italienischen Alpen zu drehen. Auch andere Filmprojekte wurden von der Reichsleitung abgelehnt. 1942 spielte er als Hauptdarsteller mit Genehmigung der Reichsfilmkammer im nationalsozialistischen Propagandafilm Germanin – Bayer 205. Das Drehbuch stammte diesmal allerdings nicht von Trenker selbst; Regie führte Goebbels’ Schwager Max W. Kimmich. Die Hauptrolle in Germanin trug Trenker nach 1945 „den Ruf eines Nazi-Schauspielers“ ein (König, F. Trenker: Bera Luis. 2006, S. 219). Wie aus einem Brief an den Stab Himmlers hervorgeht, wurde Trenker nach diesem Film offiziell mit Berufsverbot belegt.
1940 verließ er Berlin und zog nach Rom, wo er sich bessere Bedingungen erhoffte und 1942 Pastor Angelicus drehte. Er konnte 1943, diesmal auch wieder in der Funktion des Regisseurs und Autors, in Italien mit den Dreharbeiten zum Film Im Banne des Monte Miracolo beginnen, die er jedoch erst sechs Jahre später in Österreich beenden konnte. König/F.Trenker (Bera Luis. 2006, S. 221) bezeichnen diesen Film „als eigentliche letzte filmische Tätigkeit Trenkers zur Zeit des Dritten Reiches“. Er zog sich schließlich nach Bozen zurück und versuchte weiterhin, Finanzmittel für neue Filmprojekte aufzutreiben.
Anhand der Akten über Trenker im Berliner Document Center ergibt sich nach Ansicht des Autors Florian Leimgruber folgendes Bild in der NS-Zeit: „Uns begegnet weder ein kraxelnder Freiheitsheld noch ein kriecherisch-unterwürfiger Handlanger oder Kollaborateur. […] ein normaler Durchschnittsmensch, der auch in schwierigsten Situationen in erster Linie darauf bedacht ist, sich und seine Schäfchen ins Trockene zu bringen, sich seine ökonomischen Möglichkeiten und die berufliche Entfaltung nicht vermiesen zu lassen.“
Trenker wird von Kritikern trotz seines faktischen Berufsverbotes opportunistisches Verhalten gegenüber dem Hitler-Regime vorgeworfen. Vergebens wies er darauf hin, dass Adolf Hitler später seine Filme als „wurmstichig“ und Goebbels ihn als „Schuft und vaterlandslosen Gesellen, den man hinhalten und dann erledigen müsse“, bezeichnet hatten.
Nach 1945 verkaufte er zunächst Schnitzereien aus dem Grödnertal. Er verkaufte neue Schnitzereien als Antiquitäten, nachdem er sie mit Schrot beschossen, mit dem Lötkolben versengt oder zeitweise in der Erde vergraben hatte.
Er versuchte ab 1946 das Manuskript von Tagebüchern der Eva Braun in Europa und den USA zu verkaufen. 1948 erschienen die Tagebücher zunächst in Frankreich und Italien als Buch. Im Jahr 1949 folgten Bücher in den Niederlanden und Großbritannien. Als nach der Wiener Zeitung Welt am Abend auch die Münchner Zeitschrift „Wochenend“ im September 1948 mit einem deutschsprachigen Vorabdruck des angeblichen Tagebuchs begann, wurde dieser nach der ersten Ausgabe von der Familie Braun mit Leni Riefenstahl als Nebenklägerin durch eine einstweilige Verfügung des Landgerichts München I gestoppt. Jahrzehnte später wollte dann auch Trenker von dieser Episode nichts mehr wissen. Auf die gefälschten Tagebücher angesprochen, erklärte er 1976: „Ich habe nie ein Tagebuch der Eva Braun veröffentlicht, das war eine Unterschiebung einiger Presseleute, die die angeblichen Tagebuchnotizen gegen meinen Willen veröffentlicht haben, weil sie dieselben dann leichter verkauft haben. Ich habe auch nie im Leben etwas von einem Tagebuch der Gräfin Larisch gelesen oder gehört.“ Die wahre Urheberschaft der Fälschung blieb ungeklärt. Bis heute wird meist von einer Urheberschaft Trenkers ausgegangen.
1949 setzte er mit der 1937 in Berlin gegründeten Luis Trenker-Film GmbH seine Filmarbeit in München fort. Er drehte, zunächst in Koproduktion mit der Olympia-Film GmbH München, Kurzfilme über die Bergwelt, Porträts ihrer Bewohner. Es dauerte bis in die 1950er Jahre, bis Trenker, der zwischen München und Bozen pendelte, wieder an alte Filmerfolge anknüpfen konnte. Er drehte zunächst Dokumentarfilme, die die Bergwelt behandeln, und ab 1955 wieder Kinofilme.
In der Sowjetischen Besatzungszone wurden seine Werke Kampf in den Bergen (Neufeld & Henius, Berlin 1932), Berge in Flammen (Knaur, Berlin 1935), Sperrfort Rocca Alta (Knaur, Berlin 1938), Leuchtendes Land (Eher, München 1941) und Hauptmann Ladurner (Eher, München 1943) sowie in der Deutschen Demokratischen Republik Kameraden der Berge (Knaur, Berlin 1935) und Tiroler Helden (Knaur, Berlin 1942) auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.
1959 lief im Bayerischen Rundfunk die Sendung Luis Trenker erzählt an, in der Trenker schwungvoll und packend über sein Leben erzählte. Ab 1965 drehte er überwiegend Dokumentarfilme über seine Heimat Südtirol. So trat er auch regelmäßig in der TV-Kindersendung Sport-Spiel-Spannung auf. In den 1970er Jahren hatte er seine eigene Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen („Berge und Geschichten“). Erfolg hatte Trenker auch noch als Gelegenheitsschauspieler (so in der Fernsehserie Luftsprünge, 1969) und als Vermarkter seines unumstrittenen Rufs als Fachmann für alles irgendwie Alpine (Trenker-Hut, Trenker-Cord). Dazu zählen auch die zahlreichen in Zusammenarbeit mit Helmut Dumler edierten Alpen-Bildbände (Bruckmann Verlag, München 1970–80).
Unter dem Titel Luis Trenker – Der schmale Grat der Wahrheit drehte Wolfgang Murnberger 2014 einen Film über Trenker in dem Tobias Moretti Trenker spielte.
Im Jahr 1974 war er eines der Gründungsmitglieder der bayerischen Sektion des Freien Deutschen Autorenverbandes, dem er später auch als Vorsitzender vorstand.
Trenker hat den Freilichtfilm, den Film ohne Schminke, entdeckt und hoffähig gemacht. Ihn auf den Begriff Bergfilmer zu reduzieren, ist falsch. Er hat mit Der Berg ruft zwar einen herausragenden Bergfilm gemacht, er inszenierte aber auch Abenteuerfilme, Komödien, Krimis und Historienfilme, in denen das Motiv Berg eines von vielen war. Die eindringliche Hungerszene in Der verlorene Sohn wurde von Roberto Rossellini als wichtiger Eindruck auf dem Weg zum Neorealismus genannt.
In seinen letzten Lebensjahren setzte sich Luis Trenker auch für Umwelt- und Naturschutz ein und sprach sich etwa vehement gegen eine durch das Oberpustertal führende Neutrassierung der sogenannten „Alemagna“-Autobahn aus. Luis Trenker starb mit 97 Jahren in Bozen und wurde im Ortsfriedhof seiner Heimatgemeinde St. Ulrich in Gröden im Familiengrab beerdigt.
Einige der unter Trenkers Namen veröffentlichten Werke wurden weitgehend von teilweise nicht genannten Ghostwritern und Koautoren wie Fritz Weber verfasst; Trenkers tatsächlicher Anteil für die hier aufgeführten Werke ist daher nicht bekannt. Es kam mehrfach zu juristische Auseinandersetzungen von Trenker mit Ghostwritern und Koautoren.

Loreto-Kirche Gutenberg an der Raabklamm

Die römisch-katholische Loreto-Kirche Gutenberg an der Raabklamm ist eine Messkapelle der Pfarrkirche Gutenberg an der Raabklamm und liegt in erhöhter Lage an der Straße zum Gollersattel im Ort Gutenberg an der Raabklamm in der Gemeinde Gutenberg-Stenzengreith in der Steiermark. Das Kirchengebäude steht unter 99082!Denkmalschutz.

Die Loretokirche wurde im Jahre 1691 von Sigmund Stubenberg als Wehrkirche erbaut.
Die Kirche wird von einem rechteckigen Hof umgeben, welcher mit einem Mauerwerk mit Schlüssellochscharten gebildet wird. In den vier abgeschrägten Ecken der Hofummauerung kragen vier Initienkapellen nach außen aus, welche vom Innenhof her jeweils ein Portal haben, mit Schindeln gedeckt sind, und mit geschindelten Zwiebeltürmchen abschließen. Die Anlage liegt auf einer Geländerundung, so dass der offene Hauptzugang im nordwestlichen Mauerwerk und ein gedeckter Abgang zum östlichen Friedhof im südöstlichen Mauerwerk über Treppen erfolgt. Rechts der Hauptzugangstreppe ist ein Kriegerdenkmal. Im untersten östlichen Bereich des Friedhofes ist ein Grabstättenbereich der Adelsfamilie Stubenberg mit einer schindelgedeckten Nischenkapelle. Die Gruft im Untergeschoss der östlichen Initienkapelle wurde von den Stubenbergs im Jahre 1944 aufgelassen und dient heute als Abstellraum des Friedhofes.
Die Loretokirche ist ein Rechteckbau mit Stichkappengewölbe mit einem Dachreiter, welcher im Jahre 1892 aufgesetzt wurde. Kirche wie Initienkapellen sind an der Fassade mit Pilastern und durchgehenden Gesimsen gegliedert.
Der Altar mit Rocailleverzierung und gemalten Szenen des freudenreichen Rosenkranzes trägt einen silbernen Tabernakel und Leuchterengel und ist aus dem 3. Viertel des 18. Jahrhunderts. Dahinter ist eine Loretomadonna aus 1700. Es gibt drei Skulpturen um 1500. Die Glocke ist aus 1747.
47.21183333333315.558666666667Koordinaten: 47° 12′ 43″ N, 15° 33′ 31″ O

Liste der Baudenkmäler in Amberg (Unterallgäu)

Auf dieser Seite sind die Baudenkmäler der schwäbischen Gemeinde Amberg aufgelistet. Diese Liste ist eine Teilliste der Liste der Baudenkmäler in Bayern. Grundlage ist die Bayerische Denkmalliste, die auf Basis des bayerischen Denkmalschutzgesetzes vom 1. Oktober 1973 erstmals erstellt wurde und seither durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege geführt und aktualisiert wird. Die folgenden Angaben ersetzen nicht die rechtsverbindliche Auskunft der Denkmalschutzbehörde. [Anm. 1]

nachqualifiziert
Kirchplatz 3 (Standort)
mit Ausstattung; Friedhofsmauer, östlicher Teil mit Stützpfeilern
In diesem Abschnitt sind Objekte aufgeführt, die noch existieren und früher einmal in der Denkmalliste eingetragen waren, jetzt aber nicht mehr.
Amberg | Apfeltrach | Babenhausen | Bad Grönenbach | Bad Wörishofen | Benningen | Böhen | Boos | Breitenbrunn | Buxheim | Dirlewang | Egg a.d.Günz | Eppishausen | Erkheim | Ettringen | Fellheim | Hawangen | Heimertingen | Holzgünz | Kammlach | Kettershausen | Kirchhaslach | Kirchheim i.Schw. | Kronburg | Lachen | Lauben | Lautrach | Legau | Markt Rettenbach | Markt Wald | Memmingerberg | Mindelheim | Niederrieden | Oberrieden | Oberschönegg | Ottobeuren | Pfaffenhausen | Pleß | Rammingen | Salgen | Sontheim | Stetten | Trunkelsberg | Türkheim | Tussenhausen | Ungerhausen | Unteregg | Westerheim | Wiedergeltingen | Winterrieden | Wolfertschwenden | Woringen

Pomaré I.

Tunuieaite atua i Tarahoi (* 1743 in Pare; † 3. September 1803 in Arue), genannt Tu oder auch Vairatoa, wurde als Pomaré I. zum ersten König der Pomaré-Dynastie auf Tahiti zwischen 1788 und 1791.

Er war zweiter Sohn des „ari’i rahi“ (König oder Haupt-Chef) Tunuieaite atua i Pare, genannt Teu (1720–1802) und seiner ersten Frau Tetupaia i Raiatea und wurde nach dessen Tod am 23. November 1802 Nachfolger als „ari’i rahi“ der nördlichen Bezirke Arue und Pare auf Tahiti. Er heiratete in zweiter Ehe Tetuanui reia i te rai, (1744 bis 16. Januar 1814), Tochter des Teihotu i Ahurai, der aus der Papara-Familie stammte, und seiner Frau Vavea Tetuanui reiaite Raiatea.
Als der Engländer Samuel Wallis als erster Europäer am 21. Juni 1767 mit der Dolphin in die Matavai-Bucht im Bezirk Haapape, dem nördlichsten Punkt der Insel Tahiti, einlief und mit seinen großen Kanonen zu feuern begann, sah er sich von etlichen Kriegs-Kanus der Eingeborenen umgeben, die an die zweitausend Mann an Bord hatten. Viele Krieger waren noch an der Küste und stiegen in Boote. An diesem Tag begann eine Schlacht, die bis zum 26. Juni andauern sollte und in der Niederlage der Eingeborenen und einer allmählichen Freundschaft gegenüber den eingedrungenen Seefahrern endete.
Zu der Zeit war Vairatoa´s Onkel Tevahitua i Patea, genannt Amo, der mit Purea (Oberea) verheiratet war, „ari’i rahi“ in Papara, dem wohl wichtigsten Familien-Clan der Insel, da er das Recht hatte, den heiligen Gurt mit den gelben Federn, den „Maro-tee“, zu tragen, oder vielmehr sein Sohn Teriirere, da Amo seine Macht nur als Vormund ausübte, da es Brauch war, dass der älteste Sohn des „ari’i rahi“ gleich nach seiner Geburt das Oberhaupt der Familie wurde.
Im Dezember 1768 kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen über die Vorherrschaft der Clans der nördlichen Bezirke. Anschließend wurde beschlossen, dass Amo als Regent ganz zurücktreten musste; die Nachfolge seines Sohnes Teriirere wurde seinen Cousin Tunuieaite atua übertragen, und Amos jüngster Bruder Teihotu wurde Regent.
Am 13. April 1769, etwa zwei Jahre nach dem Besuch von Wallis, lief Captain James Cook mit der Endeavour in die Matavai-Bucht ein. Er hatte den Auftrag der britischen Royal Society, in einem international angelegten Großprojekt den Venustransit vom 3. Juni 1769 zu beobachten, und errichtete dazu eine Sternwarte am heutigen sogenannten „Point Venus“. Die Insel nannte er „Otaheite“ und den „ari’i rahi“ in Arue und Pare Tu-nui-ea-i-te atua kurz „Otoo“.
Am 17. August 1773 kehrte James Cook nach Tahiti zurück. In seiner Begleitung befanden sich auch die beiden naturwissenschaftlich gebildeten Deutschen Johann Reinhold Forster und Georg Forster. Die Berichte der Entdecker bestimmten für lange Zeit das Bild der Europäer von der Südsee.
Als im Jahre 1788 Leutnant William Bligh von der britischen Regierung beauftragt wurde, mit der Bounty Ableger der eigenartigen Brotfrucht aus Tahiti zu besorgen, um ihre Brauchbarkeit in den verschiedenen tropischen Kolonien von Großbritannien zu erforschen, fand er einen durch Machtkämpfe mit den Clans der Nachbarinsel Eimeo (Moorea) und den Bezirken Paea und Hitiaa, stark geschwächten Tu vor.
Drei Wochen nachdem Bligh am 4. April 1788 von der Insel gesegelt war, kam es zur berühmten Meuterei auf der Bounty. Im Anschluss kamen sechzehn der Meuterer am 22. September zurück nach Tahiti, um einen 30-Fuß-Schoner zu bauen. Die Arbeit dauerte vom 12. November 1789 bis zum 5. August 1790. Mit ihrer Hilfe und ihren Waffen, den Musketen, verhalfen sie ihrem Freund und Schutzpatron Tu zu alter Macht und Stärke und sogar weit darüber hinaus, sodass er den „Maro tee“ und den „Maro ura“, den Gurt verziert mit roten Federn, in seinem Marae von Tarahoe in Arue als Symbol seiner Herrschaft tragen konnte.
Als Vairatoa am 3. September 1803 starb, hatten er und sein Sohn Tunuieaite atua die Oberhand über den nördlichen Teil der Insel erlangt.
Pomaré I. wurde eine Briefmarke von Französisch-Polynesien gewidmet.

Belagerung von Neapel (542–543)

Iberischer Krieg Dara – Satala – Callinicum
Vandalenkrieg Ad Decimum – Tricamarum
Gotenkrieg 1. Neapel – 1. Rom – Verona – Faventia – Mucellium – 2. Neapel – 2. Rom – 3. Rom – Sena Gallica – Busta Gallorum – Mons Lactarius – Casilinus
Eroberung von Spania
Maurenkriege Mammes und Bourgaon – Babosis und Zerboule – Cillium – Marta – Felder von Cato
Lasischer Krieg Phasis
Die Belagerung von Neapel war eine Schlacht der Gotenkriege und endete im April 543 mit der Eroberung der Stadt durch den ostgotischen Feldherren Totila.
Nach den für die Goten erfolgreichen Schlachten bei Faventia und Mucellium marschierte Totila Richtung Neapel und begann im Frühjahr 542 mit der Belagerung der befestigten Stadt. Die etwa eintausend Mann umfassende Garnison unter dem oströmischen Befehlshaber Conon ergab sich trotz großzügiger Kapitulationsbedingungen den Ostgoten nicht und wartete auf Verstärkungen aus Byzanz. Justinian hatte eine Flotte unter dem Oberfehl des Magister militum Demetrius nach Italien geschickt, um den Vormarsch der Goten zu stoppen. Nachdem Demetrius auf Sizilien angelandet war, erfuhr er von der Hungersnot der eingeschlossen Bevölkerung in Neapel und begann, eine große Flotte mit Lebensmitteln für den Entsatz der Stadt zusammenzustellen. Schließlich segelte er nach Rom, um Soldaten an Bord zu nehmen.
Da Totila aufgrund der schieren Größe der oströmischen Flotte zunächst keinen Angriff auf diese gewagt hatte, gelang es ihm schließlich in Erfahrung zu bringen, dass diese zu einem großen Teil aus Transportschiffen mit Nahrungsmitteln bestand. So griff er denn Demetrius nach dessen Rückkehr aus Rom in den Gewässern Neapels umgehend mit Entermannschaften besetzten, schnellen Booten an, konnte einen Großteil der feindlichen Schiffe erobern und den oströmischen Feldherrn zur Flucht zwingen.
Trotz dieser Niederlage wagte Demetrius mit weiteren Verstärkungen aus Byzanz einen erneuten Angriff von Sizilien auf die Belagerer der Stadt. Doch auch dieses Unternehmen schlug fehl. In einer nächtlichen Seeschlacht wurde die Flotte der Byzantiner fast vollständig aufgerieben, Demetrios gefangen genommen und als Geisel den belagerten Neapolitanern präsentiert. Diese mussten nun erkennen, dass der Entsatzversuch Justinians gescheitert war, und ergaben sich Totila. Der ostgotische König behandelte die Einwohner der Stadt sehr zuvorkommend, versorgte sie nach der langen Belagerung mit Lebensmitteln und ließ Ihnen freies Geleit zusichern, schließlich aber auch die Mauern der Stadt schleifen.

Jean Bollack

Jean Bollack (* 15. März 1923 in Straßburg; † 4. Dezember 2012 in Paris) war ein französischer Altphilologe und Philosoph.

Jean Bollack wurde in eine elsässisch-jüdische Familie geboren und ist zweisprachig aufgewachsen. Er studierte klassische Philologie an der Universität Basel, u.a. bei Peter von der Mühll und Albert Béguin, und ab 1945 an der Universität Paris, wo er bei Pierre Chantraine arbeitete.
Von 1958 bis 1992 war er Professor für griechische Literatur und Philosophie an der Universität Lille. Dort gründete er das Forschungszentrum für Philologie und Hermeneutik (Centre de recherche philologique) und an der Maison des Sciences de l’Homme (Paris) ein Zentrum für die Geschichte der Interpretation. Seine von zahlreichen bedeutenden Schülern getragene Forschungsrichtung wird als École de Lille bezeichnet. Mit dem Dichter Paul Celan verband ihn eine enge Freundschaft.
Die Philologin Mayotte Bollack war seine Ehefrau und zugleich enge Mitarbeiterin.
Schwerpunkte der Arbeiten Bollacks waren die antike griechische Tragödie und Philosophie, die Hermeneutik und Literaturtheorie, die Geschichte der Philologie und der Universitäten sowie die moderne und zeitgenössische Literatur. In all diesen Bereichen geht es ihm darum, eine „allgemeine Philologie“ herauszuarbeiten.
Zur griechischen Tragödie und Philosophie
Zur Hermeneutik
Zur Geschichte der Philologie
Zu Paul Celan